Timm Rautert in Köln

Augenwischerei

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In Köln reflektiert Timm Rautert die Spielorte der Finanzkrise

Seit Mobiltelefone über Spiegelkameras für seitenverkehrte Selbstbetrachtung verfügen, hat Stanisław Lem endgültig recht bekommen: "Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel", schrieb der Autor im Science-Fiction-Klassiker "Solaris". Sein Zitat empfängt das Publikum von Timm Rauterts Ausstellungsinstallation "Mirror and Glass", mit der die Galerie Parrotta ihren Umzug von Stuttgart nach Köln feiert.

60 Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen die Spielorte der Krise des globalen Finanzmarkts: glänzende Fassaden und spiegelnde Foyers, die für einen kurzen Augenblick nicht mehr Macht repräsentierten, sondern vor allem Augenwischerei.

Obwohl die analogen Abzüge nur ein paar Jahre alt sind, wirken sie so vintage wie entrückte, folgenlose Ereignisse. Ein spiegelnder Tisch mit Fotoobjektiven macht die Installation zugleich zum Selbstporträt einer janusköpfigen Profession. Wie in einem Spiegel war Rautert immer beides: Fotograf und Fotokünstler.

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