Ai Weiwei

"Staaten immer verschlossener gegenüber Menschlichkeit"

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Der chinesische Künstler Ai Weiwei (60) hat den politischen Entscheidungsträgern der Welt vorgeworfen, Rückschritte im Umgang mit Flüchtlingen zu machen

"Staaten werden zunehmend ausländerfeindlicher, abweisender und verschlossener gegenüber einer Diskussion bedeutender Fragen der Menschlichkeit", sagte Ai Weiwei bei einem Besuch in Myanmars größter Stadt Rangun der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte zugleich die politischen Führer einschließlich Kanzlerin Angela Merkel auf, "fundamentale Menschenrechte und das Menschliche" in der Migrationspolitik nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Künstler, der seit einigen Jahren in Berlin lebt, will sich in dem südostasiatischen Land ein eigenes Bild von der Lage der muslimischen Minderheit der Rohingya machen. Von dieser Volksgruppe sind seit Ende August 2017 mehr als 700 000 vor der Gewalt des Militärs aus ihrer Heimat in Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen.

Das Schicksal der Rohingya sei "eine Warnung, wie zerbrechlich die Gegebenheiten im 21. Jahrhundert sind und wie ineffektiv sich die Weltpolitik in Bezug auf Menschenrechte und das Menschliche zeigt", sagte der chinesische Künstler.

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