Maria mit Kind

Missglückte Restaurierung sorgt für Spott

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Erneut wurde in Spanien ein christliches Kunstwerk "restauriert", und wieder gab es Spott im Internet. Diesmal trifft es eine Figurengruppe um eine Maria mit Christuskind

Es gibt nichts Schlimmeres als gut gemeint, weiß ein altes Sprichwort. Nun gab es in Spanien einen Hobbyrestaurierung, die im Internet für reichlich Häme sorgte, weil sie es gut meinte. María Luisa Menéndez, Inhaberin des örtliche Tabakladens, restaurierte in dem Dorf El Rañadorio in Asturien eine Gruppe von Holzskulpturen — mit Decklacken und in grellen Farben. "Das Christuskind sieht aus wie eine Playmobil-Figur", findet die "New York Times". 

Die Gruppe aus dem 15. Jahrhundert, eine sogenannte Anna selbdritt, die Maria, ihre Mutter, die heilige Anna (auch die Schutzheilige des Dorfs), den Christusknaben und die Heilige Elisabeth mit ihrem Sohn Johannes dem Täufer zeigt, hatte eine Restaurierung nötig, sagte Menéndez. "Ich bin keine professionelle Malerin, aber ich habe das immer gerne gemacht. Also habe ich so gut gearbeitet, wie ich konnte, und den Nachbarn hat es gefallen." 

Die Holzplastiken wurden schon vor 15 Jahren wiederhergestellt, damals allerdings von Profis. Luis Suárez Saro, der an dem Projekt beteiligt war, ist entsetzt über die erneute Arbeit: "Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll."

2012 gab es schon einmal Häme wegen einer missratenen Wiederherstellung. Damals übermalte, ebenfalls in einer spanischen Kleinstadt, eine Hobbyrestauratorin eine Ecce-Homo-Darstellung, also ein Abbild des gemarterten Christus, und verpasste ihm ein Pfannkuchengesicht mit Dornenkrone. Mittlerweile wurde ein sogenanntes Centro de Interpretación eingerichtet, um den Besucherstrom in das Städtchen auch nach dem Internet-Hype zu garantieren. 

Nun mag man die Verunstaltung des Kunstwerks bedauern oder die Restaurierung als ein Zeugnis gelebter religiöser Tradition betrachten – gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. 

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