Gruppenschau

Ausnahmezustände

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Die Gruppenausstellung "Uncertain States" in der Berliner Akademie der Künstle erzählt Fluchtgeschichten

Die gekachelte Nische von Ayşe Erkmen wirkt zunächst bloß schön grün, bis man die Landminen-Motive an den Wänden entdeckt. Erkmens Installation "Alkoven" (2016) schafft Verunsicherung. "Uncertain States. Künstlerisches Handeln in Ausnahmezuständen“ ist Veranstaltungsreihe und Ausstellung zugleich – zum allgegenwärtigen Thema der Flucht und Vertreibung. Die 35 in der Akademie der Künste am Berliner Hanseatenweg versammelten zeitgenössischen Positionen sind um eine historische Sammlung von Texten, Fotos und Objekten zu Emigranten aus der Reihe der Akademiemitglieder (Brecht, Benjamin, Tucholsky) ergänzt.

Die Kunst erfüllt das Schlagwort Ausnahmezustand auf diversen Ebenen: Das Publikum kann in eine Installation aus Turnringen von William Forsythe buchstäblich einsteigen, um zu erleben, wie man den Boden unter den Füßen verliert. In ihrem Video "Barbed Hula" (2000) lässt Sigalit Landau am Strand von Tel Aviv einen Stacheldraht-Hula-Hoop-Reifen um ihre blutigen Hüften kreisen. Nasan Tur hat Waffen-Neulinge beim "First Shot" (2014) gefilmt, die Zeitlupe schärft die Sinne. Das Überangebot der Ausstellung macht aber eher benommen.

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