Neueröffnung in Potsdam

Museum Barberini mit Bill Gates und Merkel eröffnet

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Einen großen Teil seines Vermögens hat Hasso Plattner schon in den Wiederaufbau von Potsdams barockem Stadtzentrum gesteckt. Nun eröffnet er dort sein eigenes Museum. Das lassen sich etliche Prominente nicht entgehen.

Mit großer Prominenz ist in Potsdam das neue Museum Barberini des Kunstmäzens Hasso Plattner eröffnet worden. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren am Freitagabend unter den mehr als 600 Ehrengästen in dem wiedererrichteten Stadtpalais am Alten Markt.

Zwei Eröffnungs-Ausstellungen tragen die Titel "Klassiker der Moderne" und "Impressionismus. Die Kunst der Landschaft". Gezeigt werden mehr als 140 Werke von Impressionisten und 60 Arbeiten von Klassikern der Moderne aus der ganzen Welt. Darunter sind Werke von Max Liebermann, Edvard Munch, Emil Nolde und Wassily Kandinsky.

"Ich bin in Berlin-Grunewald geboren und Potsdam war lange unerreichbar", erzählte Plattner in seiner Eröffnungsrede. Später habe er zu DDR-Zeiten geholfen, ein Kirchendach in Milow zu reparieren. Dann sei die Verbindung zu Potsdam langsam gewachsen.

Von seinen Gewinnen beim Software-Unternehmen SAP habe er sich nach und nach eine eigene Kunstsammlung aufgebaut, sagte der 72-Jährige. "Und obwohl ich inzwischen mehr als ein Haus habe, sind alle Wände inzwischen voll." So sei die Idee entstanden, ein Museum zu bauen. Auf Vermittlung von Brandenburgs ehemaligem Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) sei schließlich der Standort in der historischen Mitte gefunden worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte Plattner in ihrer Rede für dieses "atemberaubende Museum mit einer Ausstattung, die die Bilder zum Erstrahlen bringt". Die vielfältige Kultur in Deutschland sei nur möglich, weil es neben dem staatlichen auch viel privates Engagement gebe. "Ohne Mäzene wie Hasso Plattner wäre die deutsche Kulturlandschaft wesentlich ärmer", betonte die Regierungschefin.

Am Mittag hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) Plattner die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. "Und ich sage: Das wurde auch Zeit!", sagte Merkel am Abend. Der Software-Milliardär hatte mit vielen Millionen Euro bereits die Wiedererrichtung des Stadtschlosses gegenüber dem Museum gesponsert. 1998 hatte Plattner das nach ihm benannte Institut für Software-Systemtechnik an der Universität Potsdam gegründet.

Plattner ist der 46. Ehrenbürger Potsdams. Die Auszeichnung wurde seit 1822 etwa dem preußischen Generalgartendirektor Peter Joseph Lenné, dem Naturforscher Alexander von Humboldt und im Jahr 1933 Reichspräsident Paul von Hindenburg verliehen.

"Wir ehren einen Bürger, der sich auf unsere Stadt eingelassen hat, auf unsere Vorstellungen und auch auf die Diskussionen", sagte der Fernsehmoderator Günther Jauch am Freitag in seiner Laudatio vor 600 Gästen im Potsdamer Nikolaisaal. Damit spielte Jauch darauf an, dass Plattner sein Museum ursprünglich anstelle des ehemaligen DDR-Interhotels am Havelufer bauen wollte.

Doch neben viel Zustimmung hagelte es auch harsche Proteste von vielen Bürgern. "Mich haben Briefe erreicht, in denen Bürger schrieben: Herr Plattner, machen sie das nicht!", berichtete der Mäzen. Viele Potsdamer hätten gute Erinnerungen an Hochzeiten oder Kommunionfeiern in dem Hotel. Daraufhin zog Plattner seine Pläne zurück und baute stattdessen das im Krieg zerstörte Palais Barberini am Alten Markt gegenüber vom Landtagsschloss wieder auf.

Am Freitagabend stand der amerikanische Rockmusiker John Fogerty, ehemals Frontman der legendären Band Creedence Clearwater Revival, für die Gäste im Festzelt auf der Bühne. Am Samstagnachmittag haben alle kunstinterssierten Bürger freien Eintritt in die beiden Eröffnungs-Ausstellungen.

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