Vorwürfe sexueller Belästigung

Museen setzen Zusammenarbeit mit Kurator Jens Hoffmann aus

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Das Jüdische Museum in New York und andere US-Kunstinstitutionen haben nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung die Zusammenarbeit mit dem Kurator Jens Hoffmann ausgesetzt

Der 43-Jährige war von 2012 bis 2016 stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums und hatte zuletzt dort die Position des "Senior Adjunct Curators" inne. Die Leitung des Jüdischen Museums habe laut "Artnet News" am 30. November von den Vorwürfen mehrerer Angestellte gegen Hoffmann gehört.

Kurz zuvor ist bekannt geworden, dass Hoffmann seine Stelle als künstlerischer Ko-Direktor FRONT Triennial in Cleveland aufgibt, wegen unterschiedlicher Auffassungen um die Ausrichtung der Triennale, wie es zunächst hieß. Am Dienstag dann hat das Museum of Contemporary Art Detroit Hoffmann als "Curator At Large" gekündigt. Auch die Honolulu Biennale, die Hoffmann 2019 kuratieren sollte, will nun nicht mehr mit dem Kurator zusammenarbeiten.

Hoffmanns Anwalt bestreitet die Vorwürfe. Sein Mandant könne sich nicht weiter zu den Vorwürfen äußern, weil er nie mit Beschwerden konfrontiert gewesen sei.

Hoffmann, der in Costa Rica geboren wurde und heute in New York lebt, ist einer der gefragtesten Kuratoren und war in leitenden Positionen an Biennalen und Ausstellungen auf der ganzen Welt beteiligt. Seine Karriere startete in den 90er-Jahren in Deutschland: als Praktikant im Frankfurter Portikus, als Assistenzkurator der 1. Berlin-Biennale und der Documenta X.

Nach dem Skandal um Filmproduzent Harvey Weinstein gab es in den USA eine Welle von Enthüllungen zu sexueller Belästigung und Machtmissbrauch. Mehrere Männer aus der Kulturbranche sind von ihren Posten zurückgetreten. In der Kunstszene sorgte vor allem der Fall des "Artforum"-Herausgebers Knight Landesman und des Kunstmessendirektor Benjamin Genocchio für Aufsehen.

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