Auktion in London

Lambrecht-Sammlung für Millionen versteigert

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Siegen kann sich über einen Millionenregen für sein Museum für Gegenwartskunst freuen. Die Unternehmerin Barbara Lambrecht ließ ihre private Kunstsammlung in London versteigern. Der Erlös von fast 20 Millionen Euro soll die Zukunft des Museums sichern

Die Versteigerung der privaten Kunstsammlung der Siegerländer Mäzenin Barbara Lambrecht hat alle Erwartungen übertroffen. Die Auktion von 40 Werken - darunter Bilder von Claude Monet, Berthe Morisot, Auguste Renoir und Pablo Picasso - erbrachte bei Christie's in London insgesamt knapp 17 Millionen Pfund - umgerechnet fast 20 Millionen Euro. Das Aufgeld für die Käufer ist in dieser Summe bereits abgezogen. Die ursprüngliche Schätzung hatte bei bis zu 17 Millionen Euro gelegen. Fast alle bedeutenden Werke aus der Sammlung der Krombacher-Gesellschafterin wurden bei den Christie's-Auktionen am Dienstag und Mittwoch über ihrem Schätzwert verkauft.

Spitzenreiter war das Gemälde "Femme et Enfant au Balcon" der französischen Impressionistin Berthe Morisot, das für einen Preis von 4,1 Millionen Euro (3,5 Mio. Pfund) den Besitzer wechselte. Geschätzt worden war es auf bis zu 2,0 Millionen Pfund.

Das Gemälde "Les Bords de la Seine au Petit-Gennevilliers" von Claude Monet erzielte umgerechnet 3,5 Millionen Euro. Ein weiteres Bild von Morisot, "Femme en Noir", kam auf 2,4 Millionen Euro und verdoppelte damit seinen Schätzwert. Auch Bilder von Kees van Dongen und Raoul Dufy erzielten Erlöse im Millionenbereich.

Die Werke aus der Lambrecht-Sammlung waren allerdings nicht die teuersten bei der Abendauktion von Christie's. So wurde das Gemälde "Te Fare (La Maison)" von Paul Gauguin für umgerechnet fast 24 Millionen Euro versteigert und war damit Spitzenreiter des Abends. Das Bild "La corde sensible" von René Magritte kam auf umgerechnet fast 17 Millionen Euro. Das war laut Christie's der bisher höchste Auktionspreis für ein Magritte-Werk.

Der komplette Erlös aus dem Verkauf der Privatsammlung Lambrechts (82) soll der von ihr finanzierten Sammlung der Rubenspreisträger im Museum für Gegenwartskunst in Siegen zugute kommen. Die Geburtsstadt des Barockmalers vergibt alle fünf Jahre den angesehenen Rubenspreis für zeitgenössische Künstler.

Der Träger des Museums, die Peter-Paul-Rubens Stiftung, zeigte sich "höchst erfreut über die Ergebnisse der Versteigerung". Der Erlös ermögliche nicht nur, die Sammlung für die Zukunft zu sichern. Lambrecht habe mit dem Verkauf ihrer privaten Kunstwerke "einmal mehr ihr außerordentliches mäzenatisches Engagement" für das Museum unterstrichen.

Nach Angaben des Museums kann mit dem Auktionserlös "nun ein Ankaufsfonds für die Sammlung der Rubenspreisträger gesichert und die Attraktivität des Museums für das regionale und überregionale Publikum gesteigert werden".

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