15 Millionen statt 24 Millionen

Vergleich im Streit zwischen Achenbach und Aldi-Familie angestrebt

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Ein kleiner Lichtblick für den inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach: Er soll ein paar Millionen Euro weniger Schadensersatz zahlen als vom Gericht angeordnet. Doch noch nicht einmal Achenbachs Anwalt bekommt derzeit Geld

15 Millionen statt 24 Millionen - im Schadensersatz-Streit zwischen der Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht und dem inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach zeichnet sich ein Vergleich ab. Die Anwälte beider Seiten wollen prüfen, ob Achenbach nur 15 Millionen Euro zahlen soll. Das vereinbarten sie am Donnerstag in einer Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Düsseldorf. Allerdings gingen die Prozessbeteiligten davon aus, dass der zu sechs Jahren Gefängnis verurteilte Kunstberater selbst diese bereits reduzierte Summe wohl nicht zahlen könne.

Ein Zivilgericht hatte Achenbach im Januar wegen Betrugs beim Verkauf von Kunst und Oldtimern zur Zahlung von 19,4 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt. Insgesamt wurde als Grundlage für den nun angestrebten Vergleich aber sogar eine Schadenssumme von gut 24 Millionen Euro angesetzt, da die Aldi-Familie ihre Klage noch einmal erweitert hatte. Eine Entscheidung will das OLG am 14. Januar verkünden (Az I-8 U 32/15).

Für einen Vergleich spreche die wirtschaftliche Situation Achenbachs, sagte der Anwalt der Aldi-Familie, Andreas Urban. Der "effektiv fließende Betrag" werde sicher noch niedriger liegen. Es mache aber wenig Sinn, den Prozess weiterzuführen.

Achenbachs Firmen sind insolvent, seine Kunstsammlung aus dem Firmenbestand wurde unter Aufsicht des Insolvenzverwalters für rund 7,5 Millionen Euro zwangsversteigert. Selbst Achenbachs Anwalt Urs Breitsprecher arbeitet nach eigenen Angaben inzwischen "für lau". Einen Antrag auf Prozesskostenhilfe hatte das Gericht abgelehnt. "Ob es 4,8 oder zehn Millionen sind, wird am Ende des Tages keinen großen Unterschied mehr machen", sagte Breitsprecher in der Verhandlung.

Nach Einschätzung von Albrecht-Anwalt Urban ist auch der Wert der in Achenbachs Haus gepfändeten Kunstwerke und eines Oldtimers vergleichsweise gering. Einzig ein Nagelbild von Günther Uecker, das im Haus Achenbachs hing, werde zwischen 500 000 und fast einer Million Euro geschätzt. Das gepfändete Bild fordert allerdings Achenbachs Ehefrau zurück. Einen Prozess auf Herausgabe des Kunstwerks hatte Dorothee Achenbach in erster Instanz verloren.

Außerdem hatten die Albrecht-Erben auch Achenbachs Anteil an der Kunstsammlung "Rheingold" pfänden lassen. Darauf erhebt aber auch ein früherer Mitgesellschafter Anspruch.

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