Messechefin Britta Wirtz im Interview

Die Art Karlsruhe "als Gegenentwurf zum elitären Kunstbetrieb"

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Einmal im Jahr wird Karlsruhe zum Zentrum für rund 200 Galeristen und Tausende Kunstinteressierte. Die Messe Art Karlsruhe ist zu einer festen Größe über Deutschland hinaus geworden

Mit der "art" hat die Messe Karlsruhe eine im deutschsprachigen Raum viel beachtete Veranstaltung im Programm. Warum sich gerade Karlsruhe als Standort einer Kunstmesse etablieren konnte, sagt Messechefin Britta Wirtz im Interview.

Welchen Stellenwert hat die Art Karlsruhe?
Die Art Karlsruhe hat sich als eine der drei großen Kunstmessen im deutschsprachigen Raum etabliert. Mit ihrer Melange aus klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst hat sie ihren Claim zwischen Nordsee und Bodensee abgesteckt und ist damit sehr erfolgreich. Und Erfolg misst sich hier nicht in ständig wachsenden Ausstellerzahlen, – hier haben wir uns mit rund 200 zugelassenen Galerien eine Selbstbeschränkung auferlegt – sondern in der Vermittlung von Werken an Kunstliebhaber.

Warum konnte sich in Karlsruhe eine so große Kunstmesse etablieren?
Baden-Württemberg ist Sammlerland Nr. 1 und damit die perfekte Region für eine Kunstmesse. Denken Sie an die großen Sammlungen wie die von Reinhold Würth oder Marli Hoppe-Ritter oder auch die kleineren wie die Sammlung Schaufler oder die Sammlung Hurrle in Durbach.

Machen Sie etwas anders als andere Messestandorte?
Auch im Messemarkt gilt: Wenn du ein austauschbares Produkt hast ohne eigenes Profil, wirst du es nicht dauerhaft positionieren können. Wir konzentrieren uns ganz klar auf private Sammler und solche, die es noch werden wollen, bei denen die Liebe zur Kunst im Vordergrund steht. Unsere Messe sehen wir als Gegenentwurf zum elitären Kunstbetrieb und zur Kunst als Investitionsgut. Wir bieten eine Plattform für Kunstvermittlung und Kunsthandel, auf der die Besucher den Galeristen und Künstlern auf Augenhöhe begegnen.

Gibt es einen Trend?
Die uns besuchenden Sammler und Kunstliebhaber werden jünger. Die traditionelle Kunstvermittlung vom Galeristen an Kunstliebhaber kann also zuversichtlich in die Zukunft schauen.

ZUR PERSON: Britta Wirtz (46) ist seit 2009 Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH. Nach dem Studium der Kommunikations-, Wirtschafts- und Kunstwissenschaften in Essen stieg sie in das Messegeschäft ein, unter anderem als Prokuristin der Reed Deutschland GmbH. Wirtz ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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