Eröffnung des deutschen Pavillons

Bundesaußenminister spricht sich in Venedig gegen Nationalismus aus

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Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat den deutschen Pavillon auf der Kunst-Biennale in Venedig eröffnet und sich gegen nationale Abgrenzungen ausgesprochen.

Kunst und Kultur müssten "Augen, Seelen und Hirne öffnen", sagte der Vizekanzler am Mittwoch bei der Eröffnung. Tendenzen zur Demonstration der nationalen Überlegenheit seien hochaktuell. "Wir erleben gerade, dass solche Gedanken Renaissance feiern. Nicht so stark in der Kunst, aber in Gesellschaft und ganz sicher in der Politik", so der SPD-Politiker. Den deutschen Pavillon gestaltet in diesem Jahr die Frankfurter Künstlerin Anne Imhof.

Die 39-Jährige zeigt eine etwa fünf Stunden lange bedrückende Performance. Unter dem Titel "Faust" spielt sie mit den Themen Macht und Ohnmacht, Willkür und Gewalt, Widerstand und Freiheit (Fotos hier und hier). Durch das monumentale Gebäude wurden dicke Glasböden gezogen, Hunde stehen in einem Zwinger vor dem Pavillon. Es gehe unter anderem um das Gefühl, in der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein oder nicht, sagte die Kuratorin Susanne Pfeffer vom Fridericianum in Kassel am Mittwoch vor der Eröffnung des Pavillons. Ein Team von etwa 40 Menschen ist an der Performance beteiligt.

Gabriel ging auch auf die Debatte um die deutsche Leitkultur ein. "Wir haben schon eine deutsche Leitkultur, das sind die ersten 20 Artikel der Verfassung." Andere Kulturen müssten respektiert werden. "Aber diese müssen sich in unserem Land im Rahmen der Verfassung bewegen."

Die 57. Biennale, eine der wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, öffnet für das Publikum am Samstag. In der Hauptausstellung mit dem Motto "Viva Arte Viva" sind rund 120 Künstler vertreten, darunter auch mehrere Deutsche. Hinzu kommen mehr als 80 nationale Pavillons.

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