Anika Meier

Instagram-Satire

Donald Trump, Kunstkritiker

10/02/2017 - 17:19

Donald Trump ist jetzt also auch Kunstkritiker. Zuzutrauen wäre es dem US-Präsidenten

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Anika Meier

Instagram-Typologie

Sind wir nicht alle ein bisschen Influencer?

09/28/2017 - 13:22

Insta-Kurator, -Künstler, -Fotograf: Auf Instagram gibt es nicht nur die belächelten Insta-Girls, sondern noch allerhand andere Influencer. Eine Typologie

Zuerst war Instagram an sich doof, dann Selfies, jetzt sind es Influencer. Gut, Selfies sind immer noch wahnsinnig doof, liest man hier und da. Nur Influencer nerven allgemein offenbar noch mehr, anders ist die tägliche Flut an Texten zum Thema nicht zu erklären. Influencer, das sind Menschen, denen ziemlich viele andere Menschen auf einem oder mehreren Kanälen in den sozialen Medien folgen und die dadurch, so die Werbelandschaft, Einfluss ausüben. Man könnte auch sagen: Influencer sind Reklametafeln auf zwei Beinen. Sie werden von Unternehmen beauftragt, um beispielsweise heute diese und morgen jene Uhr in einem Posting auf – sagen wir – Instagram zu bewerben. Im besten Fall kaufen deren Follower dann heute diese und morgen jene Uhr. Ein schöner Gedanke.

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

"Peace"-Ausstellung

Ed Fornieles offenbart in Frankfurt Weisheiten des Selbstmanagement

09/20/2017 - 14:34

Während der "Peace"-Ausstellung stellt die Frankfurter Schirn Kunsthalle im Rahmen einer Medienpartnerschaft die Arbeiten der teilnehmenden Künstler vor. Diesmal: Ed Fornieles' Zweikanalinstallation "Sim Vol. 1: Existential Risk"

"Peace is not the absence of conflict, but the ability to cope with it." Dieser Satz fällt zwar nicht in Ed Fornieles' aktueller Zweikanalinstallation "Sim Vol. 1: Existential Risk", er könnte aber ihr ernst gemeintes Motto sein. Für "Der Geist: The Flesh", die Arbeit, aus der er stammt, trifft das nicht oder anders zu. Dort ertönt er als nur eine von zahllosen Weisheiten des Selbstmanagements, was vom Ort dieses Textes aus leicht als lachhafter Aufruf zur Egomanie verstanden werden könnte.

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

"Peace"-Ausstellung

Künstlerin Isabel Lewis versprüht in Frankfurt Berghain-Duft

09/11/2017 - 18:12

Die Künstlerin Isabel Lewis hat gemeinsam mit der Geruchsforscherin Sissel Tolaas einen Duft kreiert, der dem nachempfunden ist, was man zu späterer Stunde im Berghain in Berlin riechen kann. Er begleitet die Auftritte der Künstlerin in der Frankfurter "Peace"-Ausstellung, bei denen gesprochen, getanzt und gegessen wird

Nach Begegnungen mit Hunden, mit automatischen Krabben, die unaufhörlich in Glaszylindern strampeln, oder mit simulierten Schreckensszenarien erwartet die Besucher am Ende des "Peace"-Ausstellungsparcours eine Oase, ein offener, heller Raum. Unterschiedlichste Pflanzen, dazwischen Holzhocker und -stühle, leise Musik. Ein Ort, der einen empfängt und einlädt – zum Verweilen, zum Entspannen, dazu, den Blick schweifen zu lassen, die Aussicht nach draußen zu genießen, welche die großen Fenster des Ausstellungsraums gewähren.

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Die Monopol-Redaktion

Kunstbiennale und Filmfest in Venedig

Deine Mudda!

09/08/2017 - 16:25

Gute Mütter, schlechte Mütter: Andy Hopes und Darren Aronofskys "Mother"-Bilder in Venedig

Goethes Faust erschrickt, als Mephisto im zweiten Teil der Tragödie von den "Müttern" spricht. In ihrem Reich wohnen die ursprünglichen Schöpfermächte. Mit Windeln oder Babysocken hat das Ganze also nichts zu tun; Goethe bezieht sich auf die Weltenmütter der griechischen Mysterien, auf Rhea, Demeter und Proserpina.

Es ist ein bisschen wie im Horrorfilm. Da kommen Mütter ins Spiel – von "Psycho" bis "Alien", die jedem halbwegs positiven Mutterbild widersprechen. Andy Hope 1930 zeigt auf der Kunstbiennale von Venedig auf dem Bild "Mother" (2017) eine Figur, von der weder warmer Haferbrei noch tröstende Worte zu erwarten sind.

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Die Monopol-Redaktion

Beobachtungen in Venedig

Im Zeitalter des Uploads

09/07/2017 - 20:58

Auf der Kunstbiennale und auf dem Filmfestival Venedig denken Künstler über die Zukunft des Buches nach

Ach, Bücher. Ihre mediale Bedeutung schwindet, weil Texte und Bilder heute eher aufs Display geholt werden. Für den 1964 in China geborenen Künstler Liu Ye sind Bücher schon lange eine bedrohte Art, seine Eltern haben während der Kulturrevolution Bücher gesammelt, natürlich auch verbotene.

Im Zentralpavillon der aktuellen Venedig-Biennale sind Lius präzise abgemalte Bücher zu sehen. Aufgeschlagene Bücher, Umschläge, einzelne Seiten wie die Buchstabe für Buchstabe nachgemalte erste Seite einer Pariser "Lolita"-Ausgabe. Einen Raum weiter sind Graphitbilder des Rumänen Ciprian Muresan ausgestellt, der Motive von Giotto, Tiepolo oder Morandi aus Künstlermonografien und Museumskatalogen kreuz und quer auf große Blätter gezeichnet hat.

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

Surasi Kusolwongs Beitrag zur "Peace"-Ausstellung in Frankfurt

Im Goldrausch

09/06/2017 - 15:03

Während der "Peace"-Ausstellung stellt die Frankfurter Schirn Kunsthalle im Rahmen einer Medienpartnerschaft die Arbeiten der teilnehmenden Künstler vor. Diesmal:  Surasi Kusolwongs Installation  "Golden Ghost (The Future Belongs To Ghosts)". Der Künstler hat einen großen Berg Garnreste aufgetürmt, in dem Ausstellungsbesucher Goldketten finden können - so wird es jedenfalls versprochen

Text: Lisa Beißwanger

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

"Peace"-Ausstellung in Frankfurt

Houellebecq richtet Gedenkraum für verstorbenen Hund ein

08/29/2017 - 17:57

Während der "Peace"-Ausstellung stellt die Frankfurter Schirn Kunsthalle im Rahmen einer Medienpartnerschaft die Arbeiten der teilnehmenden Künstler vor. Diesmal: Den Trauerraum, den Michel Houellebecq für seinen verstorbenen Hund eingerichtet hat

Corgis sind schwer zu übersehen und erst recht nicht zu verwechseln: Sie tragen den Kopf eines großen Hundes auf dem Körper eines sehr viel kleineren, und ihre unmöglichen Proportionen sind ein Attribut, das sie sehr charmant macht. Sie sind zu viel Hund für zu wenig Körper, zu viel kluger Hund (großer Kopf!), und gleichzeitig verbergen sie nicht, dass sie trotz allem und zugleich recht kleine Wesen sind. Die einen auch in die Fersen zwicken, wenn es ihnen zu langsam vorangeht. Das ist eine weniger schöne Eigenart dieser Hunderasse.

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

"Peace"-Ausstellung in Frankfurt

Minerva Cuevas "Égalité"

08/24/2017 - 17:36

In roten Lettern prangt das Wort "égalité" an der Wand des Ausstellungsraums. Minerva Cuevas ahmt in Gestaltung und Farbwahl ihrer großformatigen Wandarbeit das ansonsten in sanften blauen, rosa und weißen Tönen gehaltene Werbelogo der Wassermarke Evian nach. Über dem dominanten Schriftzug erscheinen die blau eingefärbten Umrisse einer Bergkette inmitten der französischen Alpen, wo im abgelegenen Ort Évian-les-Bains seit 1826 das stille Mineralwasser abgefüllt wird. Trotz des ausgetauschten Schriftzugs ist der Verweis auf das weltweit bekannte Wasser in Flaschen unmittelbar zu erkennen. Indem die Künstlerin den Text manipuliert – "evian" wird zu "égalité", die darunterliegende Zeile "Eau Minérale Naturelle" zu "Une Condition Naturelle" –, füllt sie das Produktlogo des multinationalen Lebensmittelgiganten Danone mit neuem Inhalt. Durch das Aufbrechen des gewohnten Kontexts dieses visuellen Zeichens kommt eine neue Bedeutungs- und Informationsebene hinter der Fassade des Images des alltäglichen Konsums zum Vorschein.

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Anika Meier

Angst vor sozialen Medien

Kalendersprüche für Kulturpessimisten

08/18/2017 - 14:02

In dieser Woche schrieben Zeitungen den Tod der Fotografie durch  Digitalisierung herbei und mäkelten am Van-Gogh-Facebook-Event "#SunflowersLive" herum. Doch von sozialen Medien geht keine Gefahr für die Kunst aus – im Gegenteil! Ein Kommentar

Am Sommerloch kann es nicht liegen. Wenn einem nämlich gar nichts mehr einfällt, könnte man sich einfach noch einmal über die Documenta und die angebliche Unfähigkeit ihrer Kuratoren beschweren. Das geht schließlich nicht jedes Jahr. Umso erstaunlicher, dass gerade jetzt in der "NZZ" ein Text unter dem Titel "Das Ende einer Kunstgattung: Die Fotografie versinkt im Massengrab" erschienen ist. Eine Ansammlung von Kalendersprüchen für Kulturpessimisten.

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

"PEACE"-Ausstellung

Jan de Cock: "Everything for you, Frankfurt"

08/17/2017 - 16:24

Text: Viktoria Draganova

Die Ausstellung "PEACE"versteht sich als eine "diskursive" Ausstellung, denn sie wird von der Frage geleitet, wie Frieden eigentlich geht. Sie formuliert auch eine These, die anstatt einer Antwort vielmehr einen Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung bietet: Frieden ist ein Prozess und wird durch Interaktion und Kommunikation zwischen allen im Ökosystem existierenden Akteuren bestimmt. Die eingeladenen Künstler und gezeigten Arbeiten sind als Teil dieses Diskurses zu verstehen – und bestenfalls ist die Rolle, die sie spielen, jede Erstarrung des kommunikativen Austausches zu verhindern.

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