Personalie

Nicolas Bourriaud kuratiert Istanbul-Biennale

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Der französische Kurator, Kunstwissenschaftler und Autor Nicolas Bourriaud wird die 16. Istanbul-Biennale kuratieren

Der 1965 geborene Bourriaud leitet das von ihm gegründete Ausstellungshaus Montpellier Contemporain (MoCo) und ist Mitbegründer des Palais de Tokyo in Paris. 1998 erschien sein Buch "Esthétique relationnelle", das lange Zeit die Rezeption der Kunst der 90er-Jahre prägte. Darin beschreibt er eine Kunst, die keine Gemälde, Skulpturen oder Videoinstallationen sind, sondern Beziehungen: Spiele, Feste und Begegnungsstätten repräsentierten ästhetische Objekte. Unter dem Schlagwort "Relational art" oder "relational aesthetics" wurden Künstler wie Carsten Höller, Dominique Gonzalez-Foerster, Liam Gillick und Rirkrit Tiravanija bekannt.

Zuletzt kuratierte Bourriaud unter anderem die Ausstellungen "Crash Test", La Panacée (2018); "The Great Acceleration/Art in the Anthropocene", Taipei Biennale (2014) und  "Monodrome", Athens Biennale (2011). Zu seinen weiteren Publikationen zählen "The Exform" (Verson, 2016), "Radicant" (Sternberg Press, 2009) und "Postproduction" (Lukas & Sternberg, 2002).

"Ich fühle mich sehr geehrt, zur Istanbul-Biennale beizutragen, die seit ihrer Entstehung 1987 stets ein Ort starkes kuratorisches Statement setzte. Im heutigen globalen Zeitalter, das von binären Strukturen gekennzeichnet ist, hat die Stadt Istanbul als ein Kreuzungspunkt eine besondere Bedeutung. Ich werde versuchen, eine Ausstellung zu schaffen, die unserer historischen Situation gerecht wird", so Bourriaud.

Die Organisatoren erhoffen sich durch ihre Wahl, dass Bourriaud interdisziplinäre Zusammenarbeiten fördern wird. Die 16. Istanbul Biennale, die von der Istanbul Foundation for Culture and Arts (İKSV) organisiert und von der Koç Holding gesponsert wird, findet vom 14. September bis 19. November 2019 statt. 2017 wurde sie vom skandinavischen Künstlerduos Elmgreen und Dragset kuratiert.

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