Kassel

Musikmanager übernimmt vorübergehend Geschäftsführung der Documenta

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Der Musikmanager Wolfgang Orthmayr wird vorübergehend Geschäftsführer der Documenta in Kassel

Er habe die Aufgabe ab dem 1. April vorübergehend übernommen, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) als Aufsichtsratsvorsitzender der Documenta am Montag. Der 58-Jährige Hamburger Orthmayr tritt damit die Nachfolge der Kunsthistorikerin Annette Kulenkampff an. Orthmayr war laut Mitteilung in den vergangenen Jahren unter anderem bei einer Firma für Musicals, bei Sony Music und der Musikhandelskette World of Music tätig.

Kuhlenkampff hatte im April 2014 die Geschäftsführung der gemeinnützigen documenta GmbH übernommen. Ihr Vorgänger Bernd Leifeld hatte nach 18 Jahren das Amt abgegeben. Die Kunsthistorikerin war mit für die Documenta 14 verantwortlich, die im vergangenen Jahr in Kassel und Athen stattfand.

Im September – kurz vor dem Ende der Ausstellung – wurde aber ein Millionendefizit bekannt, das nach jüngsten Angaben 5,4 Millionen Euro beträgt. Die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter sicherten daraufhin die Zahlungsfähigkeit der Documenta mit einer Bürgschaft, kündigten aber auch personelle, strukturelle und finanzielle Konsequenzen an. Im November kündigte die Stadt das Ausscheiden Kulenkampffs an, verlor aber kein Wort über die finanziellen Probleme.

Orthmayr soll keine Dauerlösung sein: "Ohne die jetzige Interimslösung wäre es zeitweise zu einer Vakanz in der Geschäftsführung gekommen", heißt es in der Mitteilung der Stadt Kassel. Man wolle den Posten nach einer Übergangsphase langfristig mit einer Person besetzen, die einschlägige Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich des Kulturmanagements vorweisen könne.

Die Documenta ist die bedeutendste Schau zeitgenössischer Kunst. Die nächste Ausstellung soll vom 18. Juni bis zum 25. September 2022 in der hessischen Stadt stattfinden.

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