Trauer um Martin Roth

"Einer der besten Museumsleiter der Welt"

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Der Kulturmanager Martin Roth im Mai 2017 auf der Biennale in Venedig. Der frühere Direktor des Londoner Victoria and Albert Museums starb nach schwerer Krankheit am Sonntagmorgen in Berlin, wie der Deutschen Presse-Agentur aus dem persönlichen Umfeld Roths bestätigt wurde. Politiker und Kollegen würdigten ihn am Montag als bedeutende Persönlichkeit der internationalen Museumswelt.

Trauer um den Kulturmanager und Museumsleiter Martin Roth: Der ehemalige Leiter des Londoner Victoria and Albert Museums starb im Alter von 62 Jahren

Politiker und Kollegen haben den verstorbenen Kulturmanager Martin Roth als bedeutende Persönlichkeit der internationalen Museumswelt gewürdigt. Außenminister Sigmar Gabriel nannte Roth einen der besten und einflussreichsten Museumsleiter der Welt. "In seiner erfolgreichen Karriere hat Martin Roth neue Maßstäbe für die Museumsarbeit gesetzt", erklärte der SPD-Politiker am Montag. "Sein viel zu früher Tod berührt mich tief."

Auch der Vorsitzende des Londoner Victoria and Albert Museums (V&A), Nicholas Coleridge, würdigte Roth. Er sei "ein Mann mit ungeheurer Energie, (...) ein engagierter Europäer und ein kultureller Botschafter mit philosophischer Geisteshaltung" gewesen, hieß es in einer Mitteilung.

Roth hatte das Londoner Museum für Kunst und Design von 2011 bis 2016 geleitet. Das V&A sei "enorm betrübt", teilte Roths Nachfolger auf dem Posten des Museumsdirektors, Tristram Hunt, am Montag per Twitter mit. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Roth die Tätigkeit in London auf eigenen Wunsch niedergelegt. Als Grund nannte er die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen.

Roth war am Sonntag nach schwerer Krankheit mit 62 Jahren in Berlin gestorben. Kurz zuvor hatte er noch den Posten als Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen (IfA) übernommen. Gabriel sagte, Roths Rat als Freund und als IfA-Präsident sei ihm besonders wichtig gewesen. "Er war der kulturellen Zusammenarbeit, der Verständigung über sprachliche, politische und kulturelle Grenzen hinweg verpflichtet wie kein Zweiter", so der Minister.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Roth als "eine der markantesten und auch streitbarsten Persönlichkeiten" der deutschen und internationalen Museumswelt. "Seine Rolle in der Kultur verstand Martin Roth immer auch als politische Intervention", schrieb Grütters in einer Mitteilung, die in der Nacht zu Montag verbreitet wurde. "Als Kulturmanager mit Format und Kanten wird Martin Roth fehlen." Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, wertete seinen Tod als "niederschmetternde Nachricht". Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) würdigte Roth als hervorragenden Kulturmanager.

Roth gehörte zu Deutschlands wichtigsten Museumschefs. Von 1991 bis 2001 war er Direktor des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, von 2001 bis 2011 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und von 1995 bis 2003 auch Chef des Deutschen Museumsbundes.

Roth war der erste Deutsche an der Spitze eines britischen Topmuseums. Das Victoria and Albert Museum erzielte unter seiner Führung Besucherrekorde und wurde 2016 mit dem "Art Fund Prize Museum of the Year" ausgezeichnet. Roth wurde in Stuttgart geboren. Er studierte in Tübingen.