Vandalismus auf der Liverpool Biennale

Liste gestorbener Flüchtlinge mit Slogan übermalt

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Banu Cennetoğlus Kunstwerk "The List" - eine 34.361 Namen umfassende Liste mit auf der Flucht gestorbenen Menschen - wurde auf der Liverpool Biennale erneut Ziel von Vandalismus

Unbekannte haben vergangene Woche den Schriftzug "Invaders not refugees!" ("Invasoren, nicht Flüchtlinge") über die Liste gemalt. Liverpools Bürgermeister Joe Anderson nannte diese Attacke auf das Kunstwerk in einem Tweet "verabscheuungswürdig": "Wir werden uns den faschistischen Verbrechern nicht geschlagen geben und für ein  neues Denkmal bezahlen. Ich wünsche mir Freiwillige, die das Werk schützen. #hopenothate".

Die Liste gestorbener Flüchtlinge ist seit Eröffnung der Biennale Mitte Juli bereits zwei Mal zerstört worden. Eine mahnende "Erinnerung an die vorherrschende Gewalt" sei die Liste heute, so die türkische Künstlerin Banu Cennetoğlu. Seit 2006 zeigt sie aktualisierte und übersetzte Versionen von "The List" im öffentlichen Raum. Im November letzten Jahres war das Dokument im Rahmen des Herbstsalons des Goki Theaters auf 48 Flächen in Berlin zu sehen.

The List" dokumentiert die Namen von Asylsuchenden, Flüchtlingen und Migranten, die seit 1993 innerhalb oder an den Grenzen Europas gestorben sind. Jeder Tote ist mit einer Zeile über Herkunft und Todesdatum repräsentiert. Die Daten werden vom europäischen Netzwerk UNITED for Intercultural Action zusammengestellt und jährlich ergänzt.

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