Berlin

Kunstsammler Haubrok droht mit Auszug aus DDR-"Fahrbereitschaft"

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Axel Haubrok, einer der profiliertesten Kunstsammler Berlins, droht mit einer Aufgabe seines Kreativquartiers in der einstigen DDR-Fahrbereitschaft

Grund ist ein Ausstellungsverbot, das der Bezirk Lichtenberg vor zwei Monaten überraschend verhängt hat. Die "Fahrbereitschaft" liege in einem Gewerbegebiet, das keine kulturelle Nutzung vorsehe, hieß es zur Begründung. Bis dahin war sein Engagement immer stillschweigend geduldet worden.

In einem Brief an Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) kündigte Haubrok am Freitag aus Protest gegen das Verbot seine Mitgliedschaft im Kulturbeirat des Bezirks.

Bei einer ihm übermittelten Vorlage des Bezirksamts handele es sich lediglich um vage Absichtserklärungen, de facto bestehe das Ausstellungsverbot weiter, kritisierte der Sammler. Die laufende Präsentation in der "Fahrbereitschaft" ende am 7. Juli, weitere Projekte seien nicht geplant. "Wir befinden uns stattdessen bereits in Gesprächen bezüglich anderer Orte, sowohl in Berlin als auch außerhalb", so Haubrok in dem Brief.

Der Unternehmer hatte vor fünf Jahren zusammen mit seiner Frau Barbara das fast 20 000 Quadratmeter große, heruntergekommene Gelände im tiefsten Osten Berlins gekauft. Eigenen Angaben zufolge hat er mittlerweile vier Millionen Euro in die Entwicklung gesteckt. Inzwischen gibt es rund 70 Mieter auf dem Gelände.

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