Anika Meier

Künstler Dullaart über Fake-Follower auf Instagram

"Menschen werden abhängig von Bestätigung"

06/08/2018 - 11:55

Der niederländische Künstler Constant Dullaart hat als künstlerische Intervention 2,5 Millionen Follower gekauft und auf Kunstwelt-Protagonisten verteilt. Darüber gesprochen wird selten

Herr Dullaart, Sie haben im Jahr 2014 für 5.000 Dollar 2,5 Millionen Follower gekauft und auf Protagonisten in der Kunstwelt verteilt, so dass ausgewählte Galerien, Künstler, Magazine und Kritiker alle auf 100.000 Follower kamen. Wie lief das ab?
Ich wusste, dass es möglich ist, Follower zu kaufen. Anfangs kaufte ich Follower aus Recherchegründen weil ich mich mit neuen Typen von Materialität mit Bezug zur Fotografie beschäftigte. Wenn man etwas kaufen kann, kann es als Material gesehen werde. Damals lief das noch über eBay, was heute meines Wissens nach nicht mehr möglich ist. Heute gibt es andere Dienste. Wenn man im Internet auf die Suche geht, landet man auf verschiedenen Websites.

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Anika Meier

"Excellences & Perfections"

Endlich erscheint das Buch zu Amalia Ulmans Instagram-Meisterwerk

06/01/2018 - 11:26

Amalia Ulmans Performance "Excellences & Perfections", in der sie sich monatelang als vermeintliches Dummchen inszenierte, gilt als das erste Instagram-Kunstwerk. Jetzt, fast fünf Jahre später, erscheint endlich das Buch dazu. Monopol-Bloggerin Anika Meier hat es sich angesehen

Vor ein paar Wochen habe ich ein Interview mit Amalia Ulman für das Monopol Magazin (3/2018) geführt. Nachdem es kurz in der Leitung klickte und wir uns noch kürzer begrüßten, sagte sie: "Hat Dir meine Galeristin gesagt, dass ich keine Fragen zu 'Excellences & Perfections' beantworte?" Nein, hatte sie nicht. Macht nichts, dachte ich. Wie sich schnell herausstellte, lag ich damit falsch. Ich versuchte mich also an meiner ersten Frage, die sehr beiläufig – vielleicht auch nicht ganz so beiläufig – mit dem Erfolg ihrer Instagram-Performance "Excellences & Perfections" zu tun hatte. Amalia Ulman legte auf. Allerdings nicht bevor sie mich wissen ließ, dass ich mich gleich wieder melden könne, wenn ich mir neue Fragen überlegt hätte.

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Anika Meier

Umfrage

Wem noch auf Instagram folgen?

05/31/2018 - 15:35

Instagram ist in die Jahre gekommen. Außer Influencern und Celebrities mit Hang zum Narzissmus hat dort niemand mehr Spaß. Oder doch? Monopol-Bloggerin Anika Meier hat Kritiker, Künstler und Instagrammer gefragt, wem sie folgen. Und sie erklärt, warum Ugly Instagram so hip wie Ugly Fashion ist

Manchmal, eigentlich täglich, frage ich mich, warum ich Instagram nach all den Jahren immer noch irgendwie gut finde. Manchmal wünsche ich mir, dass es nicht so ist, denn in der Zeit, in der ich auf Instagram herumtippe, schreiben andere Leute zehn bis zwölf Bücher.

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Anika Meier

:-(

Fehlt es dem Kunstbetrieb an Humor?

05/01/2018 - 19:46

Während des Berliner Gallery Weekends musste der Schalk Christian Jankowski den Wutausbruch eines Kunsthändlers ertragen, die witzige Marisa Olson performte vor versteinerten Gesichtern. Why so serious?

m Samstag begann das Gallery Weekend mit einem never ending Wutausbruch. Rudolf Zwirner, Mitbegründer der Art Cologne, und Christian Jankowski, Künstler, sollten über dessen "Neue Malerei" diskutieren. Florian Illies, Leiter des Auktionshauses Grisebach, sollte moderieren.

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Anika Meier

Post-Social-Media-Kunst

Was verkaufen Künstler in Zeiten sozialer Medien?

04/27/2018 - 17:05

Machst du noch Kunst oder bist du schon Content Creator? Über Künstler, Influencer und das schnelle Geld

Jeff Koons hat gerade Ärger, weil er bereits bezahlte Werke nicht liefert. Ein Sammler verklagte ihn und seinen Galeristen Larry Gagosian. Es soll um drei Stahlskulpturen im Wert von 13 Millionen Dollar gehen. Offenbar kommt er mit der Produktion nicht hinterher. In Berlin lebende Künstler derweil kommen mit der Produktion von Kunst hinterher, den allerwenigsten von ihnen wollen Sammler allerdings Geld geben. Laut einer Studie liegt die durchschnittliche Höhe der Einkünfte aus künstlerischer Arbeit bei 9.600 Euro pro Jahr, die Hälfte aller Künstler verdient mit ihrem Beruf weniger als 5.000 Euro. Männer verdienen im Jahr 11.662 Euro, Frauen nur 8.390 Euro.

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Anika Meier

Maschinelles Lernen

Wie Google das Kunsterlebnis beeinflusst

04/03/2018 - 11:26

Das Google Cultural Institute hat Anwendungen entwickelt, mit denen Benutzer den Bestand von Museen auf der ganzen Welt ansehen oder Doppelgänger in der Kunstgeschichte aufspüren können. Doch was bleibt von solchen Experimenten? Ein Besuch in Paris

Als Kind war für Amit Sood das Wichtigste, mit seiner Familie in einem Restaurant chinesisch zu essen. Museen glaubte er, seien etwas für reiche, versnobt Leute. Als der in Indien aufgewachsene Sood später nach New York zog, war das Museum of Modern Art ein sozialer Ort für ihn. Er trank dort Kaffee, denn um Ausstellungen zu sehen, hätte er Eintritt zahlen müssen. Als er dann nach London zog, musste er feststellen, dass es viel regnet. Also ging er häufig in Museen, weil der Eintritt in die Sammlungen gratis ist. "Technologie kann heute helfen, Menschen Kunst näher zu bringen", erzählt er deutschen Journalisten. Seine biografischen Ausführungen erklären, was er heute als Direktor des Google Cultural Institutes mit Kunst anstellen möchte: eigentlich alles, was denkbar ist, Hauptsache es bringt Menschen mit Kultur in Berührung.

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Anika Meier

Maurizio Cattelan auf Instagram

Instagram-Stories sind das neue Dschungelcamp

04/01/2018 - 17:00

Überall nur Selbstvermarktung auf Instagram. Der Künstler Maurizio Cattelan zeigt, wie es besser geht

Wir sind selbst schuld. Es muss so sein. Denn würden wir alle einfach brav und ganz selbstverständlich das neue Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre kaufen, müsste er nicht 24 Stunden am Tag auf Instagram senden. Schade. Stuckrad-Barres und Lars Eidingers Instagram-Stories zu verfolgen, ist ein Vollzeitjob. Man könnte wegklicken. Wahlweise nicht mehr reinklicken. Geht nicht. Bei mir jedenfalls. Das ist nämlich wie den ganzen Tag süße Tiervideos gucken. Nur anders herzzerreißend.

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Anika Meier

Begriffsklärung

Was ist eigentlich ein "Instagram-Künstler"?

03/05/2018 - 11:17

Wer als Künstler Instagram nutzt, wird schnell als "Instagram-Künstler" bezeichnet. Zu Recht?

Als Künstler kann man sich schlecht gegen Zuschreibungen wehren. Da will man Künstler sein und wird vielleicht doch nur immer wieder Fotograf von Kunstkritikern und Ausstellungsbesuchern genannt. Weil das Medium Fotografie an der Wand hängt, sagt und schreibt es sich schnell: der Fotograf XY.

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Anika Meier

Like-Kultur

Auf Instagram weiß niemand, dass du Fotograf bist

02/28/2018 - 10:59

Abseits von Selfies und Food Porn kann es auf Instagram auch um Fotografie gehen. Nur was wird aus ihr, wenn sie in einem sozialen Netzwerk gefallen will? Sie wird zum Mem

Ein Cartoon des "New Yorker" geht so: "Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist." Der Kritiker und Autor Ed Halter hat daraus gemacht: "Im Internet weiß niemand, dass Du ein Künstler bist." Und man könnte noch weiter spezifizieren: "Auf Instagram weiß niemand, dass Du ein Fotograf bist."

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Anika Meier

Studie

Künstlerinnen in Zeiten sozialer Medien

02/02/2018 - 11:05

Eine neue Studie zeigt, dass Frauen in der Kunst im Vergleich zu Männern noch immer stark benachteiligt sind. Was hat sich durch die sozialen Medien geändert?

Die Guerrilla Girls fragten in den 80ern, ob Frauen nackt sein müssen, um ins Museum zu kommen. Bei einer ihrer Schniedelzählungen ("weenie counts") im Metropolitan Museum fanden sie heraus, dass nur 5 Prozent der Künstler in der Abteilung für Moderne weiblich waren, während 85 Prozent der Akte Frauen zeigten. Vor einigen Jahren zählten sie noch einmal nach. Jetzt waren es nur noch 4 Prozent, dafür gab es plötzlich mehr männliche Akte. Vielleicht müssen also zuerst mehr Männer nackt ins Museum, bevor es dort mehr Künstlerinnen gibt, scherzen die Guerrilla Girls gerne mal.

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Anika Meier

Geplantes Museum of Selfies

Die Hölle ist Millennial Pink

01/30/2018 - 12:15

In Los Angeles eröffnet am 1. April für zwei Monate das Museum of Selfies. Muss das sein? Ein Kommentar

Die Antwort klingt plausibel. Brauchen Selfies tatsächlich ein eigenes Museum? Die Antwort wird in der Rubrik häufig gestellte Fragen auf der Website des Museums of Selfies gegeben. Und sie klingt deshalb so plausibel, weil man genau weiß, wie sie lautet: Jeden Tag werden mehr als eine Million Selfies in den Sozialen Medien geteilt. Das deutet also eine gewisse Relevanz des Themas schon an. Deshalb, egal, wie man das Phänomen Selfie beurteilt, ob man es nun großartig oder total überflüssig findet, ein Museum ist es wert.

Am 1. April eröffnet das Museum of Selfies. Zu gerne würde man jetzt rufen: "Ha, Aprilscherz!" Nur leider geht das nicht, weil schon Eintrittskarten gekauft werden können. Für 25 Dollar die Karte. Für einen Museumsbesuch in Los Angeles. Für einen Zeitraum von zwei Monaten.

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