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3 Highlights aus den Grisebach-Sommerauktionen 2021

Konrad Klapheck "Ähnliche Eltern", 1957
Foto: Karen Bartsch, Berlin / Grisebach GmbH / © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Konrad Klapheck "Ähnliche Eltern", 1957

Vom 9. bis 11. Juni finden die Sommerauktionen bei Grisebach in Berlin statt. Wir stellen hochkarätige Werke von Konrad Klapheck, Joseph Beuys und aus der Jubiläumsauktion 30 Jahre KUNST-WERKE BERLIN e.V. vor.


Konrad Klapheck "Ähnliche Eltern". 1957, Öl auf Leinwand. 68 x 52 cm, EUR 200.000–300.000, Auktion Ausgewählte Werke am 10. Juni, 18 Uhr

Zwei schmale, hölzerne Schuhspanner auf einer bläulich-schwarzen Wand – nicht mehr, aber vor allem nicht weniger, sehen wir auf Konrad Klaphecks Ölgemälde "Ähnliche Eltern". Konzipiert als Verkörperung von "Charakteraustausch und Wesensangleichung in der Ehe", haben wir es bei dem Gemälde aus dem Jahr 1957 mit einem einzigartigen Zeugnis aus Klaphecks früher Schaffenszeit zu tun. Es stammt aus jenen prägenden Jahren von 1955 bis 1957, in denen der Künstler seine wichtigsten Motive entwickelte: 1955 die erste Schreibmaschine, im Jahr darauf Telefon und Schuhspanner, 1957 dann Nähmaschine, Dusche und Fahrradschelle. Alle späteren Motive in seinem Œuvre leitet Klapheck von diesen Typen ab, sodass die Motive immer in Beziehung zueinander stehen – Familienbeziehungen, wie Klapheck es nennt! Zu der Familie der Schuhspanner zählen die geschnürten Stiefel, Schuhe, Spikes und Rollschuhe, die ihn, so der Künstler, zu seinen elegantesten Bildern angeregt haben. Neben den Schreib- und Nähmaschinen sind die Schuhspanner und Ihre "Nachkommen" die wohl umfangreichste Motivserie in Klaphecks Œuvre. Andere Beispiele befinden sich in hochkarätigen Privatsammlungen und Museen.  

Bei "Ähnliche Eltern" haben wir es mit einem ikonischen Gemälde zu tun, dessen Provenienz gleichzeitig die einzigartige Kunstszene im Rheinland skizziert: gemalt von Klapheck als Düsseldorfer Urgestein und dort 1959 gekauft in der Galerie Schmela, befand es sich lange Jahre in der Sammlung von Fänn und Willy Schniewind, dem Sammlerpaar aus Neviges, das von den 1920er- bis in die 1980er-Jahre eine herausragende Kunstsammlung von der Avantgarde bis zur Gegenwart aufbaute.

Das Gemälde "Ähnliche Eltern" ist nicht zuletzt auch Zeugnis eines spannenden Moments der deutschen Nachkriegskunst: während in den 1950er- und 60er-Jahren vor allem die abstrakte Malerei im Fokus der Aufmerksamkeit steht und gleichzeitig die frühe Pop Art aus den USA nach Deutschland schwappt – und mit ihr der schöne Schein der Warenwelt als neues Motiv –, wählt Konrad Klapheck seinen ganz eigenen Weg: Mit malerischer Präzision und eleganten Kompositionen zelebriert er die Welt der Dinge. Er löst sie aus ihren ursprünglichen Gebrauchskontexten, lädt sie symbolisch auf und ästhetisiert sie auf unverkennbare Weise.

Elena Sánchez y Lorbach

 

Joseph Beuys "Zwei Frauen", 1958
Foto: Grisebach GmbH / ©VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Joseph Beuys "Zwei Frauen", 1958


Joseph Beuys "Zwei Frauen". 1958. Gouache über Bleistift auf Papier. 21 x 15 cm, EUR 80.000–120.000, Auktion Zeitgenössische Kunst am 11. Juni, 18 Uhr

Von 1956 bis 1958 erlebte Joseph Beuys Jahre voller Unsicherheiten, persönlicher und künstlerischer Krisen und zugleich eine seiner schöpferischsten Phasen, im Besonderen für sein zeichnerisches Werk. In seinem "Lebenslauf/ Werklauf" beschreibt er die Zeit vieldeutig als "Beuys arbeitet auf dem Felde". "Ich habe langsam begonnen, während der Krise, wieder zu zeichnen. Also, wenn ich abends vom Felde nach Hause kam, habe ich gezeichnet. Es ist gerade die Zeit, nach der akuten Krise und die darauffolgenden Jahre, eine sehr fruchtbare Zeit für meine zeichnerische Arbeit gewesen."(Joseph Beuys, zit. nach Götz Adriani/Winfried Konnertz/Karin Thomas: Joseph Beuys. Köln 1994, S.40)

Das Blatt "Zwei Frauen" von 1958 legt davon ein beredtes Zeugnis ab. Das Motiv des weiblichen Akts beziehungsweise der Frau bildet einen besonderen Schwerpunkt der Arbeiten auf Papier in den 1950er-Jahren. Die Frau erfährt dabei über die jeweiligen Titel Zuschreibungen, die von "Mädchen", "Weib", "Mutter" bis zur "Heiligen", "Amazone" und "Tierfrau" reichen. Häufig sind die Frauen auf diesen Blättern ganz auf sich bezogen - so auch auf unserem.

Die vordere Frau steht locker im Kontrapost und legt mit ihrer offen gezeigten Brust eine deutlich erotische Anmutung nahe. Ihre äußeren und inneren Konturen erscheinen etwas brüchig. Füße und Unterschenkel bleiben nur angedeutet. Die hintere Figur steht dagegen sicher mit beiden Beinen auf dem Boden, wie auch ihre Körperlichkeit gefestigter wirkt. Sie ist wohl als Gefährtin der vorderen zu interpretieren. Sie stützt ihre Hand selbstbewusst auf einen mit Bleistift angedeuteten Stab. Der dunkle Ton der Gouache verleiht den beiden Gestalten etwas Erdverbundenes und zugleich Würdiges. In den 1950er-Jahren wurde die Grundlage geschaffen für eine Sichtweise, die der Künstler später formulieren sollte: "Der heroische Standpunkt in meinem Werk ist überhaupt das Weibliche." (Joseph Beuys, zit. nach Joseph Beuys. Ausst.-Kat. New York, The Solomon R. Guggenheim Museum, 1979, S. 50)

Dr. Klaus-D. Pohl


30 Jahre KUNST-WERKE BERLIN e.V., Jubiläumsauktion im Rahmen der Auktion Zeitgenössische Kunst am 11. Juni 2021

Mehr als 30 Werke von Künstlern und Künstlerinnen, die die Geschichte der Kunst-Werke und der Berlin Biennale entscheidend mitgeprägt haben, werden in den kommenden Sommerauktionen bei Grisebach zum Aufruf kommen. Erfahren Sie hier mehr: