Abwesenheitsnotiz: Christoph Niemann

"Wenn ich reise, zeichne ich"

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Was machen Künstler im Sommer? In unserer Serie "Abwesenheitsnotiz" bitten wir um ein Lebenszeichen. Christoph Niemann macht auf Reisen das, was er immer macht: zeichnen

Wenn ich auf Reisen bin, zeichne ich. Bäume, Autos, Menschen, Kirchen. Zeichnen hilft mir, eine neue Umgebung genauer und mit mehr Ruhe zu betrachten (und nicht die ganze Zeit nach unbeantworteten Arbeitsmails auf meinem Telefon zu suchen). Die Bildideen habe ich vor Ort. Dann mache ich ein paar Referenzfotos und versuche innerhalb der nächsten paar Stunden ans Werk zu gehen.

Da ich aber mit flüssigen Tuschen arbeite, benötige ich zum Arbeiten eine horizontale Fläche. Die Schreibtische in Hotels sind meist winzig, und ich lebe in ständiger (und aus Erfahrung berechtigter) Angst, dass ich die Farben oder das Malwasser auf den Teppich kippe. Auf der letzten Reise am Mittelmeer (Palma de Mallorca, Barcelona und Marseille) ging das zum Glück gut.

Und für alle Kollegen auf der Suche nach einem Reiseatelier habe ich noch einen guten Tipp: Im Terminal 2 des Flughafens von Marseille gibt es im Obergeschoss einen ruhigen Wartebereich. Dort steht einsam einer dieser Tresen, an denen normalerweise Mitarbeiter der Fluglinien Anfragen bearbeiten. Aus Angst vor langen Schlangen gehe ich immer schon viel zu früh zum Flughafen gehe und hatte daher Zeit, mir dort einen perfekten Arbeitsplatz einzurichten, an dem ich einigen halbfertigen Blättern noch den letzten Schliff geben konnte.

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