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Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

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Eröffnungen der Woche: Tipps für Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Herning, Paris und Unna

Juergen Teller in Berlin
Menschen, Tiere, Perversionen: Wer von Jürgen Teller vor die Kamera gebeten wird, darf sich für keine Pose zu schade sein. Kim Kardashian krabbelte für Teller einen Sandhaufen hoch, Topmodel Saskia de Brauw über den grünen Rasen, Lars Eidinger ließ sich in Nylons ablichten. Im Martin-Gropius-Bau ist ein großer Querschnitt durch das Oeuvre des vor allem als Mode- und Promifotograf berühmten Künstlers zu sehen, schonungslose Selbstporträts und witzige Bilder von Eseln, Schweinen und Fröschen inbegriffen.
"Juergen Teller: Enjoy Your Life!", Martin-Gropius-Bau, Berlin, bis 3. Juli

Ehemaliges "Zero"-Atelier öffnet seine Türen in Düsseldorf
Ein von Künstlern der Zero-Bewegung genutztes Atelierhaus in Düsseldorf mit dem unveränderten Feueratelier von Otto Piene ist für einen Tag öffentlich zu besichtigen. Am 23. April sei die letzte Gelegenheit, das Gebäude in seinem alten Zustand zu sehen, bevor es ab Mai umgebaut wird, teilte die Stiftung "Zero Foundation" mit. Die Stiftung wird das Haus nach der Sanierung 2018 beziehen. Das 1961 von Günther Uecker angemietete Atelierhaus in einem Hinterhof hat eine bewegte Geschichte. Außer den Zero-Künstlern Piene und Heinz Mack arbeiteten dort zeitweise auch Robert Rauschenberg, Verpackungskünstler Christo, Robert Morris und der Werbefotograf Charles Wilp. Piene nutzte die Räume bis zu seinem Tod 2014 als Lager, Atelier und Wohnung. Sein Feueratelier befindet sich noch im Originalzustand samt unfertigen Werken und Malutensilien. Die Kosten für die Sanierung des Gebäudes in Höhe von rund 500.000 Euro tragen die Zero-Stiftung und Sponsoren. Künftig sollen das Büro und Archiv der Stiftung sowie eine öffentlich zugängliche Bibliothek ihren Sitz in dem Haus haben. Außerdem sollen die einstigen Atelierräume für Ausstellungen und als Versuchslabor junger Künstler genutzt werden. (dpa)
Das Haus in der Hüttenstraße 104 in Düsseldorf ist am 23. April von 15 bis 18 Uhr geöffnet

Jed Martin in Hamburg
Mit Jed Martin preist der Hamburger Kunstverein "einen der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Frankreichs" an. Der Untertitel der angeblichen Soloschau erhärtet den Verdacht, dass Jed Martin als Erfindung von Michel Houellebecq nur in dessen Roman "Karte und Gebiet" vorkommt. Bis Ende Mai wird die Ausstellung an eine Theaterproduktion des Deutschen Schauspielhauses gekoppelt, im Juni läuft die institutionskritische Parodie auf Starkünstlertum im Kunstverein weiter – eigentlich eine Gruppenausstellung mit Lutz Bacher, Christian Jankowski, Eva Kot'átková, Jochen Schmith und anderen Künstlern.
"Jed Martin: Die Karte ist interessanter als das Gebiet", Kunstverein Hamburg, bis 18. Juni

Lange Nacht der Museen in Hamburg
Führungen, Musik und Mitmach-Aktionen: Die Lange Nacht der Museen in Hamburg lockt an diesem Samstag mit rund 800 Veranstaltungen. "In der 17. Museumsnacht ermöglichen passionierte Museumsmitarbeiter den Besuchern Einblicke in ihre Arbeit – auch hinter den Kulissen", sagte die Leiterin des Museumsdienstes Hamburg, Vera Neukirchen, am Donnerstag. 54 Museen werden von 18.00 Uhr bis 2.00 Uhr unter dem Motto "Wir präsentieren Stars und Sternchen" ihre Türen zu Ausstellungen und Sammlungen öffnen. Ein Bus-Shuttle ab dem Deichtorplatz bringt die Besucher an ihr Ziel. Die Fotografie von Heinz-Hajek Halke können Besucher bei musikalischen Führungen im Museum für Kunst und Gewerbe erleben. Das Archäologische Museum lädt dazu ein, mit Naturfarbstoffen in eiszeitlichen Höhlen zu malen. Eine Hula-Hoop-Lichtshow erwartet die Gäste im Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe. Die Hamburger Unterwelten im sogenannten Atombunker unter dem Hauptbahnhof seien erstmals dabei, teilten die Veranstalter mit. Die Führungen seien bereits ausgebucht. Partner der Langen Nacht der Museen in Hamburg ist die Stadt Basel, die ihr Kulturangebot an mehreren Orten präsentiert. (dpa)
Lange Nacht der Museen in Hamburg, Samstag, den 22. April, 18 bis 2 Uhr

"Socle du Monde"-Biennale in Herning
Es ist in Zeiten wie diesen vielleicht nicht der schwächste Trost, an die Macht der Kunst zu erinnern und ihr Vermögen, Dimensionen zu eröffnen, die noch den hässlichsten Druck der Wirklichkeit lächerlich erscheinen lassen. Der italienische Zero-Künstler Piero Manzoni tat genau dies, als er 1961, zur Hochzeit des Atomzeitalters, einen Sockel entwarf, versehen mit der verkehrt herum angebrachten Aufschrift "Socle du Monde". Eine kleine, große künstlerische Geste, die alles auf den Kopf stellt und so die Verhältnisse richtigrückt: Die Erde ist das wunderbarste Kunstwerk. Manzoni schuf seinen Sockel auf Einladung des Textilfabrikanten und Mäzens Aage Damgaard im dänischen Örtchen Herning,­ etwa eine Autostunde von Aarhus entfernt. 2002 fand dort erstmals die "Socle du Monde"-Biennale statt, die in ihrer 7. Ausgabe – Aarhus­ ist Kulturhauptstadt 2017 – ein besonders umfangreiches Programm auffährt. Werke von mehr als 50 Künstlern treten in einen Dialog mit Manzonis Schaffen. Den Prolog von "To challenge the Earth, the Moon, the Sun & the Stars" bildet das japanische Kollektiv Gutai, das wie Manzoni mit ungewöhnlichen Materialien experimentierte und seine Arbeiten dem Einfluss von Sonne, Regen und Wind aussetzte. Das zweite Kapitel der von dem Direktor der internationalen Zero-Foundation Mattijs Visser geleiteten Biennale widmet sich mit Künstlern wie Heinz Mack und Otto Piene dem Erbe der Zero-Bewegung, die kommenden Kapitel schlagen den Bogen in die Gegenwart. Herman de Vries errichtet einen "Secret Garden", Tomás Saraceno, bekannt für seine begehbaren Luftblasen und Netze, realisiert eine neue Arbeit. Ein zentrales Thema ist dabei der Austausch unter Künstlern und das Bilden von Netzwerken, wofür auch die Zero-Bewegung einst stand. Die von den Hühnern aus Koen Vanmechelens "Planetary Community Chicken"-Projekt gelegten Eier verwendet Rirkrit Tiravanija für ein großes Kochevent, zu dem die Anwohner geladen sind. Auch das kann Kunst sein.
7. "Socle du Monde"-Biennale, Herning, Dänemark, 22. April bis 27. August

"Autophoto" in Paris
Dieselskandal und Stickoxide beiseite: das Auto ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Seit seiner Erfindung hat es Landschaften neu formatiert und unsere Vorstellungen von Raum und Zeit verändert. Natürlich hat das motorisierte Gefährt auch Fotografen beeinflusst. Über 400 Werke von insgesamt 80 Künstlern verschiedener Epochen, darunter Lee Friedlander, Yasuhiro Ishimoto, Peter Keetman, Jacques-Henri Lartigue oder Rosângela Renno, sind in der Schau "Autophoto" in der Pariser Fondation Cartier zu sehen. Die Themen reichen von Autobahn-Kleeblättern über Reflexionen im Rückspiegel bis zum mitunter erotischen Verhältnis des Menschen zur vibrierenden Motorhaube.
"Autophoto", Fondation Cartier, Paris, bis Ende Oktober

International Light Art Award in Unna
Am Freitag, den 21. April, wird im Lichtkunstzentrum in Unna der zweite International Light Art Award verliehen. Die Nominierten sind Tilman Küntzel (Deutschland), Satoru Tamura (Japan) sowie das Duo Matty Vroegop & Ed Schoonveld (Niederlande). Sie wurden aus rund 300 Einsendungen aus über 40 Ländern ausgewählt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und sieht eine viermonatige Ausstellung der drei Künstler vor. Außerdem werden die Produktionskosten für die Realisierung der drei nominierten Konzepte in Höhe von bis zu 10.000 Euro vom Veranstalter übernommen. Die Ausstellung ist ab dem 22. April für das Publikum geöffnet.
International Light Art Award, Zentrum für internationale Lichtkunst Unna,  22. April bis 3. September

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