Düsseldorfer Kunstberater verhaftet

Wer ist Helge Achenbach?

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Düsseldorf (dpa) - Er bringt große Kunst und großes Geld zusammen. Doch nach seiner Rückkehr aus dem WM-Quartier der deutschen Nationalelf in Brasilien wurde er verhaftet: Kunstberater Helge Achenbach (62) sitzt im Gefängnis in Untersuchungshaft - getroffen vom Bannstrahl einer Essener Milliardärsfamilie.

Achenbach war Teil der linken Studentenbewegung, bevor er vor 40 Jahren begann, Kunstwerke zu vermitteln - erst als Galerist, dann als Kunstberater. Sein Gespür für aufstrebende Künstler hat ihn zum einflussreichen Strippenzieher der Kunstszene werden lassen: «Ich bin der Vernetzer», sagte er vor zwei Jahren im dpa-Interview.

Er empfahl schon in den 70er-Jahren Werke des damals noch weitgehend unbekannten Gerhard Richter zu Summen, die heute als Spottpreise gelten würden. Er besitzt den Bentley von Joseph Beuys. Er beschaffte das Geld für die Kokain-Orgien von Jörg Immendorff, weil er dachte, es wäre für die medizinische Behandlung seines Freundes.

Achenbach kann auf Kooperationen mit Gerhard Richter, Andreas Gursky, Thomas Schütte, Daniel Buren, Bernd und Hilla Becher, Beat Streuli, Tony Cragg und Frank Stella verweisen. Auf der anderen Seite steht das «Who is Who» der deutschen Wirtschaft - Versicherungen, Banken und Autokonzerne. So fädelte er die Kunst-Kooperation zwischen dem Volkswagen-Konzern und dem New Yorker Museum of Modern Art ein.

Alles begann 1973 mit einer kleinen Galerie, wo er die Zero-Künstler Uecker, Mack und Piene ausstellte. Eher zufällig bekam er 1978 den Auftrag, für die Duisburger Klöckner-Werke ein Kunstkonzept zu entwickeln. Die Geschäftsidee des Art Consulting war geboren und auf Anhieb einträglich.

Doch nun steht er im Verdacht, den 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht betrogen zu haben, indem er ihm Kunstwerke und Oldtimer mit verdeckten Preisaufschlägen verkauft haben soll. Achenbachs Familie bestreitet die Vorwürfe. Sie würden von der Witwe des Aldi-Erben erhoben, seien «offenbar persönlich motiviert».

Achenbach sei mit Berthold Albrecht, Sohn des Aldi-Mitbegründers Theo Albrecht, befreundet gewesen, schreibt die Familie. Alle Objekte, die Albrecht erworben habe, hätten schon zu dessen Lebzeiten erhebliche Wertsteigerungen erfahren. Ihr heutiger Wert liege um ein Vielfaches über den seinerzeit von Albrecht gezahlten Kaufpreisen.

Warum die Justiz wegen eines Betrugsverdachts gleich mit dem schärfsten Schwert, dem Freiheitsentzug reagiert, war am Mittwoch zunächst nicht in Erfahrung zu bringen. Gefängnisse kennt Achenbach bereits aus Studentenzeiten. Er hat - als Teil seiner Ausbildung zum Sozialpädagogen - ein Jahr im Jugendstrafvollzug gearbeitet.

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