Weltkunstschau in Kassel und Athen

Pläne der Documenta werden konkreter

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In rund zwei Wochen beginnt die Kunstausstellung in Athen. Nun haben die Veranstalter eine Liste der Ausstellungsorte veröffentlicht - und verraten sogar ein paar Künstler, die dort zu Gast sein werden

Renommierte Museen und Theater, Straßen und Stadtteile und sogar ein Stück Küste: Die Documenta 14, die am 8. April in Athen beginnt, wird in der griechischen Hauptstadt fast 50 unterschiedlichste Locations bespielen. Am Freitag stellte das Documenta-Team eine Auswahl der Veranstaltungsorte vor. Auch in Kassel, wo das "Museum der 100 Tage" vom 10. Juni bis 17. September stattfindet, werden nahezu alle öffentlichen Museen zu Schauplätzen der Documenta.

Der Musenhügel Philopappos ist bei Athenern und Touristen gleichermaßen beliebt: Hier begegnet man nicht nur der gegenüberliegenden Akropolis auf Augenhöhe, sondern hat einen 360-Grad-Blick auf die Hauptstadt. Während der Documenta 14 gehört der Philopappos zu den vielen Veranstaltungsorten im öffentlichen Raum. In einem Pavillon soll eine Auswahl der farbintensiven Collagen von Elisabeth Wild zu sehen sein.

Die Menschen quasi im Vorbeilaufen einzufangen - das scheint eines der Ziele der Documenta 14 zu sein. Beispielsweise auf dem Kotzia-Platz vor dem Athener Rathaus, wo der Künstler Rasheed Araeen mit Zeltpavillons einen Ort der Bewegung schaffen wird. Oder auch am Karaiskaki-Platz in der Hafenstadt Piräus - hier gibt der griechisch-afrikanische Rapper Negros Tou Moria ein Konzert, das den griechischen Blues "Rembetiko" und Hip-Hop verbinden und somit an die Immigranten einst und heute erinnern soll.

Zu den Schauplätzen gehören auch bekannte Athener Kulturstationen wie das Benaki-Museum, das Athener Konservatorium, das neue Nationale Museum für Zeitgenössische Kunst, die Athener Konzerthalle Megaron und das Archäologische Nationalmuseum. Auch das Byzantinische und Christliche Museum lädt ein: Dort soll im Garten dem kürzlich verstorbenen Fluxus-Künstler Benjamin Patterson Tribut gezollt werden. Patterson hatte geplant, ein "Akustisches Graffito" aus Froschstimmen zu schaffen, heißt es in der Ankündigung.

Mit der Liste der Ausstellungs- und Veranstaltungsorte kündigt die Documenta viele Überraschungen an - oftmals mit direktem Bezug zur aktuellen griechischen Situation, aber auch zur Mythologie. So will die chilenische Künstlerin Cecilia Vicuña den Meeresgöttern der Antike an der Küste einen Teil ihrer Documenta-Installation darbringen. Den Ausstellungsmachern zufolge handelt es sich dabei um die Wolle einheimischer Schafe - Asche zu Asche, Wolle zu Wasser.

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