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Neue Ermittlungen gegen Achenbach

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Düsseldorf (dpa) - Der inhaftierte Kunstberater Helge Achenbach soll mindestens ein weiteres Mitglied aus dem deutschen Geldadel bei Kunstverkäufen um eine Millionen-Summe betrogen haben. Nach der Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht hat auch die Unternehmerfamilie Viehof aus Mönchengladbach eine Anzeige gegen Achenbach eingereicht.

«Wir haben einige Geschäfte unserer Firma Vibro Art geprüft und vergangene Woche Strafanzeige gegen Helge Achenbach gestellt», sagte Eugen Viehof, einer der vier Viehof-Brüder, der «Rheinischen Post» (Freitagausgabe). Es gehe um einen Schaden von rund einer Million Euro beim Erwerb von Kunstwerken von Georg Baselitz.

Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte am Donnerstag lediglich, dass eine zweite Anzeige eingegangen sei. Außerdem werde in einem weiteren Verdachtsfall ermittelt, der bei der Sichtung der Unterlagen der Unternehmen Achenbachs aufgefallen sei, sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk. Der mutmaßliche Geschädigte habe bisher keine Anzeige gestellt. Achenbach sitzt seit mehr als zwei Monaten in Untersuchungshaft.

Wie Viehof der «Rheinischen Post» sagte, prüft jetzt auch die früher von Achenbach als Geschäftsführer geleitete Kunstsammlung «Rheingold», ob sie von ihm geschädigt worden ist. «Wir müssen uns alle Transaktionen genau anschauen», sagte Eugen Viehof als Beirat von «Rheingold».

Achenbach, einer der bekanntesten Kunstberater Deutschlands, soll überhöhte Einkaufspreise für die von ihm vermittelten Kunstwerke in Rechnung gestellt und dadurch höhere Provisionen kassiert haben. Ein Sprecher Achenbachs wies die Vorwürfe am Donnerstag erneut zurück: «Neben der Strafanzeige von Frau Albrecht sind uns derzeit keine weiteren Strafanzeigen bekannt.»

Achenbach soll auch den Pharma-Unternehmer Christian Boehringer betrogen haben. Der Kunstberater erstattete ihm nach Angaben eines Sprechers von Boehringer den Schaden. Die Staatsanwaltschaft hofft, das Verfahren bis zum gesetzlichen Haftprüfungstermin im Dezember abschließen zu können. Damit könnte es noch in diesem Jahr zu einer Anklage gegen Achenbach kommen.

Die erste Anzeige der Albrecht-Witwe hatte zur Inhaftierung des international vernetzten Achenbach am 10. Juni geführt. Er hatte dem 2012 gestorbenen Albrecht Kunstwerke und Oldtimer im Wert von rund 120 Millionen Euro verkauft. Dabei soll er verdeckte Preisaufschläge vorgenommen und Rechnungen gefälscht haben. Albrechts Witwe verlangt nach Medienberichten über eine Zivilklage Schadensersatz in Höhe von fast 20 Millionen Euro.

Drei Unternehmen der verzweigten Firmengruppe Achenbachs haben inzwischen Insolvenz angemeldet. Dabei handelt es sich um zwei Kunstberatungsfirmen und die Monkey's-Restaurantgruppe. Kunstgegenstände und Konten seien gepfändet worden, hatte der Insolvenzverwalter gesagt. Auch die Anteile Achenbachs an der «Rheingold»-Sammlung sind gesperrt. Die «Rheingold»-Sammler erwerben seit mehr als zehn Jahren in Kooperation mit Museen Werkgruppen zeitgenössischer Künstler.

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