Kulturmanager

Martin Roth verteidigt Engagement für Aserbaidschan

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Der deutsche Kulturmanager Martin Roth (57), der den Pavillon von Aserbaidschan auf der Kunstbiennale von Venedig kuratiert, hat sein umstrittenes Engagement verteidigt.

"Natürlich weiß ich, dass Aserbaidschan eine autoritäre Diktatur ist", sagte Roth in einem Interview der "Berliner Zeitung" (Mittwoch). "Aber man muss es nicht bei jeder Gelegenheit sagen. Mir geht es um die Menschen, die dort leben." Die Biennale wird an diesem Samstag (13.5.) eröffnet.

Er habe sich ausbedungen, bei der Gestaltung des Pavillons "jegliche Freiheit in Bezug auf die Themenwahl sowie bei der Auswahl der Künstler zu haben", sagte Roth. Redeverbote werde er nicht akzeptieren. Gezeigt werden soll eine begehbare Installation auf der Grundlage eines Audio-Archivs, in dem viele Menschen Auskunft über ihre Herkunft, ihre Sprache und ihren Glauben gaben. Diese Grundlage sei dann von jungen Künstlern bearbeitet worden.

Roth war von 2001 bis 2011 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Dann wechselte er als Direktor an das Victoria and Albert Museum in London. 2016 legte er das Amt nieder. Als Begründung gab er unter anderem die Entscheidung der Briten für den Brexit an.

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