Aufgegebene Pläne für Performance-Institut

Marina Abramovic will Spenden nicht zurückzahlen

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Die Performance-Künstlerin Marina Abramovic wollte nördlich von New York ein ehemaliges Theater zu einem Institut für Performancekunst umbauen lassen. Nachdem sie dieses Projekt wegen Finanzierungslücken aufgegeben hat, wird sie gesammelte Spenden nicht zurückzahlen

Die Mittel seien nicht für die Renovierung des Gebäudes selbst gesammelt worden, sondern für die Planung und für Machbarkeitsstudien, sagte ein Sprecher der "New York Post". 2,2 Millionen Dollar (circa 1,9 Millionen Euro) hatte Abramovic an privaten Spenden erhalten, davon 600.000 Dollar (circa 511.000 Euro) mit einer Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform "Kickstarter".

Die 4.765 "Kickstarter"-Unterstützer werden wohl ihre Spende nicht zurückerhalten. Dennoch seien die versprochenen Leistungen, die von Umarmungen der Künstlerin bis zu einem gemeinsamen Kochabend mit ihr reichen, geleistet worden, außer bei denjenigen, die sich nicht rechtzeitig zurückgemeldet haben.

31 Millionen Dollar hätte der vom niederländischen Architekten Rem Koolhaas geplante Umbau kosten sollen. Das 1936 erbaute Theater in Hudson war als ein fester Standort des Marina Abramovic Institute for the Preservation of Performance Art (MAI) geplant, das auch ohne das angedachte Zentrum als ortsunahängige Institution bestehen bleibt. Besucher sollten beim Betreten des Gebäudes einen Vertrag unterschreiben, der sie dazu verpflichtet, mindestens sechs Stunden im Institut zu verbringen. In dieser Zeit hätten sie dann durch einen Kristallkäfig laufen und auf magnetischen Betten meditieren können. Die Geschichte der Performance-Kunst seit den 70ern bis heute sollte mit einem Fokus auf Abramovics Schaffen erzählt werden.

Update 15. November: Marina Abramovic hat Stellung zu den Vorwürfen bezogen

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