Nach Millionendefizit

Künstler verteidigen Documenta in offenem Brief

ANZEIGE

Kurz nachdem die Auflösung von Annette Kulenkampffs Vertrag als Documenta-Geschäftsführerin zum Juni 2018 bekannt wurde, haben 73 Künstler der Documenta 14 in einem offenen Brief die künstlerische Freiheit der Weltkunstschau gegen die Vorwürfe aus Politik und Medien verteidigt

Profit dürfe nicht das Hauptziel der Ausstellung sein. Wer jetzt Athen für das Defizit der Documenta 14 verantwortlich mache, verkenne die Tatsache, dass die Documenta von Anfang an als eine Ausstellung konzipiert war, die gleichberechtigt in zwei Städten stattfindet: Athen und Kassel.

"Ohne die Documenta 14 in Athen hätte es keine Documenta 14 in Kassel gegeben, die zwei waren eins." Der offene Brief kritisiert die Ankündigung von Kassels neuem Oberbürgermeisters Christian Geselle, er werde dafür sorgen, dass die Documenta in Zukunft nur noch in Kassel stattfindet: "Wird eine dezentralisierte Documenta 14, die für ein Ende des Eurozentrismus eintrat, nun gekontert von einer Politik des 'Deutschland zuerst'?"

In ihrem Brief weisen die Künstler zudem darauf hin, dass in der öffentlichen Diskussion um das Defizit der Documenta der große Gewinn, den die Stadt durch die Ausstellung erwirtschaftet hat, keine Rolle spiele. Während die Medien von einem "absehbaren Bankrott" der Documenta 14 schrieben, hatte eine Untersuchung der Kasseler Universität im November 2017 ergeben, dass die Besucher während der Laufzeit der Documenta um die 130 Millionen Euro in Kassel ausgegeben hätten und der Tourismus um acht Prozent gewachsen sei im Vergleich zur Documenta 13.
 

Drucken

Weitere Artikel aus Interpol