"Welt"-Interview

Künstlerin Adrian Piper: Rassismus ist Grundlage der USA

ANZEIGE

Die US-Künstlerin Adrian Piper hält ihr Heimatland für grundlegend rassistisch."Ohne Rassismus hätten die USA keinen Ursprung und keine Grundlage", sagte Piper in einem Interview der "Welt" (Montagausgabe). Die Bürgerrechtsbewegung habe im Grunde wenig erreicht. "Dass es jetzt Quotenmenschen wie mich gibt, nenne ich kaum einen Fortschritt, auch wenn mir das persönlich einen Vorteil verschafft", sagte die afroamerikanische Künstlerin. In ihrem Heimatland gebe es "ungefähr alle 20 bis 25 Jahre Rassenkämpfe. Dies ist auch ein Teil der Grundlage der USA".

Über die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sei sie zwar verzweifelt gewesen, aber nicht überrascht. "Die Tendenzen, die ihn zum Sieg gebracht haben, habe ich lange in der amerikanischen Gesellschaft kommen sehen." Deshalb sei sie bereits vor mehr als einem Jahrzehnt ausgewandert, seit 2005 lebt Piper in Berlin. "Ich bin sehr froh in Deutschland zu wohnen. Das feiere ich jeden Tag."

Piper hat 2015 mit ihrem Kunstwerk "The Probable Trust Registry" den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig gewonnen. Derzeit ist das Werk im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen.

Drucken

Weitere Artikel aus Interpol