Gläubigerversammlung

Insolvenzverwalter lässt Kunst und Oldtimer von Achenbach versteigern

ANZEIGE

Rund 2000 Kunstwerke sowie zwei Oldtimer der insolventen Firmen des seit über fünf Monaten inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach sollen versteigert werden. Das kündigte der Insolvenzverwalter Marc d'Avoine am Mittwoch nach der ersten Gläubigerversammlung in Ratingen bei Düsseldorf an. Die etwa 70 wertvollsten Kunstwerke sollen schon im Februar auf einer Auktion in London angeboten und die meisten anderen Objekte bis zum Sommer von deutschen Auktionshäusern veräußert werden. «Wir wollen sie nicht verhökern», sagte d'Avoine.
Insgesamt erhoffe man daraus einen Erlös von rund 6 Millionen Euro sowie bis zu 900 000 Euro aus der Versteigerung der Oldtimer. Dem stünden summierte Forderungen in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro von rund 100 Gläubigern gegenüber, die sich gegen drei insolvente Firmen Achenbachs richteten.
Achenbach (62) sitzt seit Juni wegen Betrugsverdachts in Untersuchungshaft. Auslöser war eine Anzeige der Familie des 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht. Achenbach soll ihm beim Verkauf von Kunst und Oldtimern überhöhte Rechnungen ausgestellt haben. Achenbach droht noch in diesem Jahr der Beginn eines Strafprozesses. Ein von der Albrecht-Familie angestrengter Zivilprozess hat bereits begonnen. Darin fordern die Kläger rund 19 Millionen Euro Schadensersatz.
Bei dem Insolvenzverfahren geht es nur um Wertgegenstände aus dem Besitz von drei insolventen Firmen Achenbachs, nicht um seinen Privatbesitz. Er habe Achenbach im Untersuchungsgefängnis besucht und über die Lage gesprochen, sagte d'Avoine. Zu den Spitzenkunstwerken, die in London versteigert werden sollen, gehören den Angaben zufolge Werke von Gerhard Richter, Peter Doig, Andreas Gursky, Thomas Struth und Jörg Immendorff. Der überwiegende Rest soll in Deutschland versteigert werden. Parallel würden ausgewählte Werke direkt durch den Insolvenzverwalter verkauft.
Es seien aber auch Werke im Bestand, «die im Moment keinen Marktwert» haben, sagte d'Avoine. Die anderen Objekte würden mit externer Beratung auf den Markt gebracht, um zu verhindern, dass die Preise angesichts der Masse kaputt gingen. «Es geht hier nicht um Verramschen», sagte d'Avoine. Die Verträge mit den Auktionshäusern würden noch geschlossen. Es sollten «verschiedene Interessenten und Käuferschichten» angesprochen werden. In der Insolvenzmasse seien nicht Achenbachs Werke aus der Sammlung Rheingold enthalten.

Drucken

Zurück zur Übersicht

Weitere Artikel aus dem Dossier