David Hockney in London

Ich male, was ich sehe

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In London wird David Hockney wieder analog

Es wäre auch erstaunlich gewesen, hätte Larry Gagosian drei Tage Zeit gehabt. Der viel beschäftigte Mega-Galerist gab David Hockney immerhin zwei Tage, um ein Porträt von ihm anzufertigen. Das Bild ist Teil einer neuen Werkgruppe, die der britische Maler jetzt in London präsentiert: 82 Porträts von Freunden, darunter Künstlerkollege John Baldessari oder Verleger Benedikt Taschen. Sie alle saßen drei Tage lang Modell in Hockneys Atelier in Los Angeles.

Seit einiger Zeit lebt der 78-Jährige wieder an der amerikanischen Westküste, nach einem langen Aufenthalt in seiner englischen Heimat. Die dort entstandenen großformatigen Landschaftsbilder fanden zuletzt in der Ausstellung "A Bigger Picture" in London, Bilbao und Köln viel Beachtung (siehe Monopol 03/2012).

In den 50er-Jahren lernt Hockney an der Bradford School of Art das Zeichnen am menschlichen Modell. Das gemalte Porträt ist fortan ein Grundthema von Hockneys Schaffen, auch wenn es teilweise hinter seinen Landschafts- und Bühnenbildern oder hinter seiner Experimentierfreude mit neuen Technologien wie dem iPad in den Hintergrund getreten ist. Für die Schau in London kehrt Hockney jetzt zurück zum Porträt und setzt dabei wieder den analogen Pinsel an. Neben den 82 Porträts wird übrigens noch ein weiteres Bild zu sehen sein: ein Stillleben von dem Stuhl, auf dem die Porträtierten sitzen mussten. Hoffen wir, dass dieser Stuhl in Zukunft nicht leer bleibt.

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