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Haegue Yang und Asta Gröting in Berlin

Bewegung und Stillstand

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Im Berliner Kindl-Kunstzentrum lässt Haegue Yang die Jalousien tanzen und Asta Gröting kehrt die Geschichte der Stadt nach außen

Obwohl Haegue Yang ihr bevorzugtes Material, die Jalousie, schon lange verwendet, gewinnt die Bildhauerin deren Durchlässigkeit, ihren skulpturalen und zweidimensionalen Qualitäten immer wieder etwas Neues ab. Jüngst wurde sie mit dem renommierten Wolfgang-Hahn-Preis für Skulptur ausgezeichnet, der mit einer Ausstellung im Museum Ludwig einhergeht.

In Berlin zeigt sie zum ersten Mal in einer Institution eine überwältigend schöne Installation: Im Kesselhaus des privat geführten Ausstellungshauses Kindl hat sie ein Mobile aus Leuchtstoffröhren und Jalousien aufgebaut, das trotz monumentaler Größe zu schweben und zu tanzen scheint. "Silo of Silence – Clicked Core" hat Poesie und technoide Coolness zugleich, die typisch postindustriellen Insignien der früheren Nutzung des Raumes geben die perfekt unpassende Kulisse dazu ab.

Genau andersherum ist es bei Asta Gröting im zweiten Ausstellungsraum, einem clean sanierten White Cube: Die Künstlerin zeigt großformatige Silikonabgüsse von Berliner Fassaden – abgenommen an den wenigen Stellen, an denen noch Einschusslöcher erhalten sind. Jedes Loch wird zur Skulptur, Schmutz und Graffiti bleiben haften, die Überlagerung der Geschichte einer Stadt wird noch einmal anders sichtbar, aus dem Inneren der Wände.

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