Ausstellung im Gropius-Bau

Erste Einblicke in Ai-Weiwei-Schau in Berlin

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Berlin (dpa) - Die mit Spannung erwartete Ausstellung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei in Berlin wird derzeit unter Hochdruck aufgebaut. Im Lichthof des Martin-Gropius-Baus sind bereits mehr als 6000 alte Hocker aus der Ming- und Qing-Dynastie dicht an dicht aufgereiht. Die Schemel («Stools», 2014) aus nordchinesischen Dörfern sollen symbolisieren, was die Menschen bei der Landflucht in ihrer alten Heimat zurücklassen müssen und verlieren.

Die weltweit größte Ausstellung von Ai Weiwei wird am 3. April eröffnet, auf den Tag genau drei Jahre nach seiner spektakulären Verhaftung. Bis heute ist unsicher, ob der Künstler und Regimekritiker ausreisen darf. «Wir wünschen uns sehr, dass die Bundeskanzlerin das Thema beim Besuch der chinesischen Regierung Ende März anspricht», sagte eine Museumssprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

Ihren Angaben zufolge ist inzwischen alles Material aus China in Berlin gelandet. Mehrere Kollegen aus dem Pekinger Studio des Künstlers begleiten im Gropius-Bau die Installation. Vieles ist sehr zeitaufwendig. Neben den 6000 Hockern müssen beispielsweise auch 3500 handgefertigte Porzellankrabben in Reih und Glied gelegt werden.

Im Vorraum des Museums ist bereits ein riesiger Turm aus Fahrrädern zu sehen, die in China für viele das Hauptverkehrsmittel sind. Insgesamt werden in 18 Räumen 3000 Quadratmeter bespielt. Etwa die Hälfte der Werke hat Ai Weiwei eigens für die Ausstellung geschaffen. Dem Sohn eines berühmten Dichters war 2011 nach seiner Verhaftung der Pass abgenommen worden. Damals befand er sich fast drei Monate in Gefangenschaft.

Ai Weiwei stellt exklusiv in der Aprilausgabe von Monopol seinen Nachbau der Erdhöhle vor, in der er als Kind unter Ratten leben musste. Plus: Ein Hausbesuch in Peking

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