Anika Meier

Stephen Shore und Instagram

Dialog mit der Jugend

02/16/2016 - 15:17

Stephen Shore, einer der bedeutendsten Fotografen der Gegenwart, hat seine Arbeit ganz auf die Fotosharing-App Instagram verlegt. Anika Meier hat den Künstler und sein Social-Media-Verhalten zu seiner Ausstellungseröffnung bei C/O Berlin beobachtet

Zwei ältere Damen stehen in der Retrospektive von Stephen Shore im C/O Berlin und schauen auf die große Leinwand, die seinen Instagram-Account abbildet. Ihre Finger fahren immer wieder aufgeregt in die Luft, zeigen auf Bilder, die im nächsten Augenblick schon nicht mehr zu sehen sind.

"Instagram, das habe ich schon einmal gehört."

"Ach, guck mal, das ist er vielleicht. Der auf dem Bild da sieht aus wie Stephen Shore."

"Ja, also Instagram, das habe ich noch nie verstanden. Was soll ich damit? Wer soll sich denn meine Bilder ansehen?"

"Ah, da, ein Fisch. Oh, jetzt ist er wieder weg!"

"Ach, guck mal, was steht denn da? Oben rechts?"

"Follow. Folgen sollst Du ihm."

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Die Monopol-Redaktion

Jens Hinrichsens Berlinale-Tagebuch

Sie bekommen Flügel wie Adler

02/13/2016 - 21:29

In den ersten Tagen eines Festivals sind die Kritiker noch frisch, und manch einer schlägt über die Stränge. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das gibt sich. Wenn du über die ersten 15 Filme drüber bist, wirst du pragmatisch. Filme sind nur Filme. In ihnen sind seltener wichtige Botschaften versteckt als du denkst. Man kann zufrieden sein, wenn ein Film wie ein besserer Roman von Ian McEwan ist, elegant und fesselnd erzählt. Muss es gleich die Bibel sein?

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Yilmaz Dziewior

Yilmaz Dziewior über das neue Ausstellungsjahr

Jubeljahre

02/04/2016 - 13:30

Wenn man erst einmal damit anfängt, scheint es gar nicht aufzuhören. Man kennt dieses Phänomen. Vor der Beschäftigung mit einem speziellen Thema oder einer Person – sei es eine vermeintlich neue Kunst, wie zum Beispiel die der sogenannten "Post-Internet-Generation" oder das (gar nicht so neue) Auftreten eines neuen (Nervensäge)-Politikers wie Ted Cruz – ist die Sensibilität dafür erst einmal gegen Null. Hat man aber begonnen, sich für etwas genauer zu interessieren, ist das Phänomen subjektiv gesehen überall.

Mir ging es so, mit dem großen Jubiläumsjahr des Museum Ludwig. Seitdem ich dies vorbereite, sehe ich überall nur noch Jubeljahre.

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Marie Kaiser in der Galerie BQ

Die wundersame Welt der Raphaela Vogel

01/29/2016 - 15:42

Pissoirs aus Plastik und Schleiertänze mit Drohne. Die wundersame Welt der Raphaela Vogel in der Galerie BQ

Mein Beitrag zum Nachhören auf Radioeins:


http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/art_aber_fair/raphaela-vogel--ich-gebe-euch-eine-verfassung.html

 

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Anika Meier

Anika Meier über Amalia Ulmans fiktive Biografie

"Jeder ist online ein Lügner"

01/29/2016 - 12:37

Amalia Ulman inszenierte sich monatelang auf Instagram als vermeintliches Dummchen, das in der Großstadt zum Hot Babe wird, sich von einem Sugar Daddy aushalten lässt und am Ende Läuterung im Yoga findet. Dann löste sie auf: Die Erzählung vom Aufstieg und Fall eines Mädchens war reine Fiktion. Fast zwei Jahre nach ihrer Entstehung wird die Performance noch immer heftig diskutiert und in Ausstellungen gezeigt

Mädchen aus der Provinz findet kleine Häschen zum Sterben süß, zieht in die große Stadt, um Model zu werden, hätte gern blassere Haut und dünnere Knie, trennt sich von ihrer Highschool-Liebe und merkt, dass das Leben Geld kostet. Sie schlägt sich durch, lässt sich auf Dates ein, wird selbst zum Häschen eines Sugar-Daddy – größere Brüste müssen her. Die lassen sich in L.A. schnell machen, auch wenn es weh tut. Das blonde Mädchen in der großen Stadt will nicht mehr für ein Dummchen gehalten werden und geht deshalb wieder als Brünette durchs Leben. Sie wird depressiv, drogenabhängig, tanzt zwischenzeitlich an der Stange, Nervenzusammenbruch, Rehab, Yoga, Avocado-Toast, neuer Boyfriend. Alles gut, ausatmen.

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Marie Kaiser in der Galerie 206

Michel Comte: PERSONALITIES

01/22/2016 - 17:41

Frauen, die Zigaretten rauchen. Michel Comte hat für seine Ausstellung im Quartier 206 in der Friedrichstraße seine 90er-Fotos ausgepackt

Mein Beitrag zum Nachhören auf Radioeins:

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/art_aber_fair/michel-comte--personalities.html

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Kenny Schachter

Kenny Schachter über Zombie Formalism

Dawn of the Dead

01/19/2016 - 13:20

Abstract paintings between boom and doom: Kenny Schachter investigates the market

The Foreground

Though it feels like it’s been forever upon us, Zombie Formalism is a recent breed of mostly male, mostly generic abstraction mostly expressed in paint on canvas; a generalization of meanings coined by artist and critic Walter Robinson, who as the founding editor of Artnet Magazine in 1996 and was my very first editor at the time before the vital, paradigm shifting net-news outlet was unceremoniously halted. Zombie Formalism (ZF hereon in) unlike Walter and myself, now long in the tooth, is like the commodity pits, a game geared towards youth. 

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Anika Meier

Anika Meier über Künstlerinnen in den sozialen Medien

Feminismus 4.0

01/19/2016 - 12:33

Die sozialen Medien bringen eine neue Generation feministischer Künstlerinnen hervor, die sich gegen das allzu Glatte wehrt

Während Kaffeeliebhaber noch mitten in der so genannten Third Wave stecken, der dritten Welle der Kaffeekultur mit einem neuen Bewusstsein für Filterkaffee und Espresso, ist die zeitgenössische feministische Kunst schon bei der vierten Welle. In den sozialen Medien nennen sich die Künstlerinnen artwerk6666, bloatedandalone4evr1993, artbabygirl oder einfach nur thisismayan. Ihre Ausstellungen in Galerien tragen Titel wie "Still in Bed", "All my Feelings are Mine", "The Daydreamers" und "From my Bedroom to Yours". Ihr Snapchat-Kanal heißt artgirltv, ihr Mode-Label its_meandyou. Irgendwoher müssen sie ja die pinken Pullis und pinken Höschen bekommen. Mit der Aufschrift "Feminist", mit der deutlichen Anweisung "Don't Touch" oder mit dem rebellisch dahin geseufzten Statement "Hate it here". Oder die goldenen Kettchen, die sie in geschwungener goldener Schrift als "Bad Bitch" ausweisen. 

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Anika Meier

Anika Meier über #OlafurBaroque

Bitte fotografieren Sie!

01/05/2016 - 10:44

Eigentlich herrscht an allen vier Ausstellungsorten des Wiener Belvedere ein striktes Fotoverbot. Für den dänisch-isländischen Künstler Olafur Eliasson wurde es erstmals aufgehoben. Anika Meier über Selbstreflexion in den Spiegeln des Winterpalais

Eine 67 Meter lange Spiegelwand zieht sich durch die gesamte Raumflucht der Prunkräume des Winterpalais in der Wiener Himmelpfortgasse. Dem Prinzen Eugen diente das Winterpalais einst als Hauptwohnsitz, als feudalen Sommersitz ließ er das Untere und Obere Belvedere errichten. Heute ist der Stadtpalast der vierte Ausstellungsort des Museum Belvedere, neben dem Schloss selbst und dem 21er Haus, einem Museum für zeitgenössische Kunst.

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Anika Meier

Anika Meier über Art Selfies

Warum Museumsbesucher gerne Fotos von sich teilen

12/22/2015 - 11:29

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Hashtags für Fotos, auf denen jemand mit der Kunst interagiert. Anika Meier über die Daseinsberechtigung der Art Selfies

Ein wenig zuckte ich zusammen, als auf Twitter die Ankündigung für den nächsten Tag des #museumselfie in meiner Timeline an mir vorbeirauschen wollte. Kurz innehalten, Terminkalender hervorkramen und mit rotem Filzstift #NoMuseumSelfie für den 20. Januar 2016 notieren.

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Anika Meier

Anika Meier über das Fotografieverbot im Rijksmuseum

Krieg dem Selfie-Stick

11/30/2015 - 12:47

Fotografierende Besucher werden von den Museen nicht so gern gesehen. Wie steht es mit zeichnenden Kunstbetrachtern? Das Amsterdamer Rijksmuseum macht einen Versuch

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