Die Monopol-Redaktion

Künstlerin Judith Bernsteins Trump-Bild

Triumph of the Willy

11/12/2016 - 14:54

Judith Bernsteins auf Donald Trump gemünztes Bild "Cockman #5" passt zur Lage wie der gezielte Tritt in die empfindlichste Zone eines Chauvinisten

Judith Bernstein malt und zeichnet Schwänze, seit fünf Jahrzehnten. Man kann die Arbeiten der feministischen Künstlerin geschmacklos finden, aber vielleicht muss man den Geschmack, die Contenance, den Stil in bestimmten Momenten hintanstellen.

Der deutsche Außenminister hat Donald Trump nicht zum Wahlsieg gratuliert. Ein kleiner, menschlicher Fauxpas oder ein starkes Stück für einen Diplomaten? Über Steinmeiers Weigerung gibt es zu Recht eine politische Diskussion. In der Kunst muss die Fuck-Off-Geste so oder so erlaubt sein: Bernsteins "Cockman #5", eine auf Trump gemünzte Wiederholung ihres "Cockman always rises"-Motivs, passt jedenfalls zur Lage wie der gezielte Tritt in die empfindlichste Zone eines Chauvinisten.

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Kenny Schachter

Kenny Schachter Hunts Big Game Basquiat in Bentonville

11/01/2016 - 22:23

Kenny stops in Arkansas to visit Crystal Bridges Museum

This is an interim report between the West Bund and Art 021 art fairs in Shanghai next week, followed by the pivotal New York November auctions kicking off on the 14th, and the final Basel iteration before year end in Miami. The 11th Shanghai Biennial, entitled “Why Not Ask Again” (I might have opted for Don’t Ask!) is also underway. By Christmas I won’t be able to stomach another plane or painting.

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Anika Meier

Post-Instagram

Wie weiter mit Amalia Ulman?

11/01/2016 - 12:25

Instagram ist todlangweilig. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Ausnahmen bestätigen zwar immer die Regel, aber wenn man genau hinsieht, ist Instagram die Plattform, auf der Fotografie zum Meme wird. Weil es um Beliebtheit und Erfolg geht, die sich in Zahlen messen lassen. Und weil die Zahlen der Likes und Follower für alle sichtbar sind, kann man sich mit all den anderen Nutzern der Plattform vergleichen. Man schaut bei diesem Account mit 573.000 Followern und bei jenem mit 398.000 Followern und versteht irgendwann, welche Motive und Kompositionen funktionieren. Symmetrie, Postkartenmotive und Wendeltreppen zum Beispiel. Wie man ja auch weiß, wenn man ein bisschen auf Facebook und Twitter mitliest, dass das Internet es seit einiger Zeit sehr lustig findet, wenn man den unbestimmten Artikel durch eine Zahl ersetzt und Sätze wie diesen twittert: "Kunstkritiker, was ist das für 1 Job vong Perspektive her?"

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Anika Meier

Besuch auf dem Vitra Campus

Von Scheunen und Stühlen auf Instagram

10/31/2016 - 10:53

In Berlin will das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron ein Museum bauen, das aussieht wie eine Scheune. In Weil am Rhein steht bereits ein – zumindest von außen – ähnliches Gebäude. Unsere Bloggerin Anika Meier hat sich auf dem dortigen Vitra Campus umgesehen

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Kenny Schachter

Kenny Schachter Goes Running With the Bull-Headed Bulls at FIAC

10/24/2016 - 12:21

Yusaku Maezawa bought a $45 million work by Mark Grotjahn

Head Banging at FIAC
I was asked why I bothered to incessantly visit art fairs, which according to my social media inquisitor were “so over” and whether I was paid for the pleasure (how did we come to experience before Facebook and Instagram?). Well, actually not such a bad question, but alas I have to make a living art dealing and in so doing, I need to get out and about as much as possible or it simply won’t happen—I work alone in my garage in London. Scribing doesn’t cover more than a night or two of artificially inflated hotel rates, the global norm during big events. Sorry for the potty talk (and toilet humor to follow), but no matter the country why do flushers always stick and require a jiggle?

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Die Monopol-Redaktion

Alte Meister, immer geliebt

"Kruzifix noch einmal!"

10/24/2016 - 11:36

Jens Hinrichsen entdeckt das schönste Bild von Danzig

"Nichts auf dieser Welt ist viraler als ein gekreuzigter Jesus ... und das schon für so lange Zeit", sagt Maurizio Cattelan im Monopol-Interview in der Novemberausgabe. "Das sei absoluter Rekord" fügt der Künster hinzu. Richtig: Immer noch ist das Kreuz ein global immens verbreitetes Zeichen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es den Menschen noch viel bedeutet – in meinem Umfeld jedenfalls ist der Kruzifix zum abstrakten Zeichen geworden.

Zurzeit bin ich in Polen unterwegs, da ist es anders. An jeder zweiten Straßenkreuzung steht eine Heiligenfigur hinter Glas, überall sieht man Kreuze, sogar in Fischerbooten. In den Kirchen von Danzig prallen Welten aufeinander: Touristen wie ich, die das Interieur bewundern und Einheimische, die zum Beten kommen.

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Kenny Schachter

Kenny Schachter Comes Out to Play at Frieze London

10/17/2016 - 17:14

Kenny returns with tales from the obscure side of the art world

Art Oktoberfest in London
It’s art Oktoberfest in London and being that I’m so lazy, I relish the opportunity to see as much in as little time as possible, especially in this town where everything is spread so far and wide. Frieze fair turned 14, the magazine 25, accompanied by a Phaidon book (surprise) as the German edition folded (when is last time you’ve read a copy, c’mon?).

Other changes afoot include a major investment, possibly up to 100 percent, by the Hollywood talent agency headed by Ari Emanuel of WME-IMG. In an elucidating article on the topic by Arnet.com’s Laura van Straaten, she quotes Emanuel on what the talent and event purveyor saw in a contemporary art outfit: “Art, media, food and compelling conversations that are leading the industry forward…a force multiplier.” A what? Leading a what? UTA, another talent agency, opened a space in LA with a Larry Clark exhibit. The show must go on, I guess.

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Anika Meier

Malerei im Web 2.0

Wenn Kunst zur Kulisse wird

10/04/2016 - 11:14

"Painting 2.0" ist der Titel einer Ausstellung über die Malerei im Informationszeitalter. Die Kuratoren haben eine Definition dieses Begriffs vorgegeben. Was aber, wenn man Painting 2.0 wörtlich nimmt und sich ansieht, was mit der Malerei im Web 2.0 passiert?

Painting 2.0 ist keine Sonderfarbe in einem Farbsystem, obwohl es ein bisschen danach klingt. Und Painting 2.0 soll auch nicht das bezeichnen, was wir mit unseren Aufnahmen in Snapchat oder in den Stories auf Instagram anstellen, wenn uns das Foto selbst nicht genug ist und wir unbedingt noch Lustiges oder Informatives mit all den bunten Farben, Stickern und Emojis hinzufügen müssen. Das hätte Painting 2.0 zwar meinen können, wenn man in der Wikipedia unter Web 2.0 nachschlägt: Der Nutzer konsumiert nicht nur, "er stellt als Prosument Inhalte zur Verfügung." Soll es aber nicht. Zumindest nicht direkt.

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Anika Meier

Beziehungsfotos auf Instagram

Damien in Love

09/26/2016 - 11:44

Er ist Bad Boy und Cash Cow des britischen Kunstbetriebs und jetzt auch noch einer dieser Instagram Husbands: Die Postings seiner jungen Freundin Katie Keight offenbaren eine neue Seite des Celebrity-Künstlers Damien Hirst

2016 ist bisher kein gutes Jahr. Es hat uns David Bowie, Prince und Daniel Josefsohn genommen. Und jetzt auch noch die Liebe. Die Liebe ist tot. Mindestens. Was sonst? Brangelina haben sich getrennt und sind fortan wieder als Brad Pitt und Angelina Jolie unterwegs. Sie hatte die Scheidung eingereicht. Weil er, so die Medienberichte, ein Drogen-, Alkohol- und Aggressionsproblem habe und sie außerdem mit seinen Erziehungsmethoden nicht einverstanden sei, weshalb sie das alleinige Sorgerecht für all die gemeinsam gezeugten und adoptierten Kinder beantragt hat.

Höchste Zeit also, auf die Suche nach der verloren geglaubten Liebe zu gehen. Auf Instagram wird man schnell fündig und kann, ohne in Boulevardmagazinen blättern zu müssen, in Schlaf- und Badezimmer von Menschen gucken, die sich sonst nicht unbedingt über Paparazzi vor ihrer Haustüre freuen.

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Yilmaz Dziewior

Yilmaz Dziewior liest "Die Toten"

Im Schrank von Christian Kracht

09/26/2016 - 11:17

Zuerst mein Outing: Ich bin vorbehaltsloser Christian-Kracht-Fan. Deshalb zögerte ich nicht lange, als Monopol in einer Randbemerkung feststellte, ich könne doch Krachts neuen Roman "Die Toten" besprechen, um endlich mal wieder meinen schlummernden Jubiläumsblog zu aktivieren. Dieses Unternehmen fing zwar etwas holprig an, da der Verlag das Buch erst rausrücken wollte, als "FAZ", "FAS" und "Süddeutsche" schon längst mit Berichten hierzu glänzen durften. Und klar war, dass der "deutsche Fernsehstar der Literaturkritik" Denis Scheck, noch früher den Roman gelesen hatte, um den Autor in Los Angeles zu besuchen. Dort plauderte er dann vor dem offiziellen Erscheinen des Textes wieder einmal genüsslich, sehr unterhaltsam und wohlwollend mit dem Schweizer Autor.

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Kenny Schachter

Kenny Schachter's Dealer Diary: Of Art & Cars

09/22/2016 - 15:58

Dealer’s Diary
The UK’s divorce from Europe has yet to make much impact other than creating cheaper Brexit pounds. By getting payment terms on a sculpture I purchased in London before summer, I benefitted from an additional 10 percent discount without having to ask for a change.

But I wasn’t going to wait around for the fallout, so I got on a plane to New York last week to look for brighter opportunities (though with a view of nothing but buildings from my hotel room, my NY was always night). I wheezed so much in the taxi from the airport, the driver asked me if I’d like a Marlboro—it was good to be back. I wondered if the coughing comedian, Dennis Leary, is still alive.

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