Anika Meier

Phototriennale in Hamburg

Wer hat Angst vor der Zukunft der Fotografie?

06/26/2015 - 14:41

Zukunftsmodelle der Fotografie im Ausstellungsformat wurden in Hamburg während der Triennale der Photografie schon nach dem Eröffnungswochenende wieder abgebaut. "The Day will come" heißt es – so will es das Konzept des künstlerischen Leiters Krzysztof Candrowicz  – im Titel der sieben Hauptschauen in den Museen. Sowohl um die Zukunft der Fotografie als Medium der Dokumentation und Kommunikation, als auch um die Zukunft als Thema in der Fotografie soll es dieser Tage in Hamburg gehen.

Der zweite Teil des Vorhabens wurde bravourös umgesetzt. Die Zukunft des Menschen aus einer gesellschaftlichen und persönlichen Perspektive dekliniert der New Yorker Fotograf Phillip Toledano in seiner Einzelausstellung "The Day will come When Man falls" im Haus der Photographie durch. Humor, Trauer und Ungewissheit sprechen aus den Bildern und wenigen Worten, in denen er die letzten drei Jahre seines an Demenz erkrankten Vaters festhielt.

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Rick-Owens-Model mit politischer Botschaft

Ein Herz für Merkel

06/25/2015 - 14:59

Christoph Schlingensief meinte es eigentlich nur gut: "Wenn ich sage 'Tötet Helmut Kohl', bewahre ich ihn davor, weil ich das Bild ausspreche", sagte der Regisseur und Künstler, der wegen genau dieser Forderung einst in Kassel festgenommen wurde. Ob das männliche Model, es am Donnerstag auf der Pariser Modewoche nun gut mit Angela Merkel meinte, ist unter dieser Prämisse gar nicht mehr zu beantworten: Bei der Vorstellung der Sommerkollektion 2016 des Designers Rick Owens entfaltete der Mann auf dem Laufsteg ein Stoffbanner, auf dem im Meister-Yoda-Englisch "PLEASE KILL ANGELA MERKEL NOT" stand. Das "NOT" war dabei die meiste Zeit nicht zu sehen.

Rick Owens selbst will von der Aktion seines Models, mit dem er schon jahrelang zusammenarbeitet und das er "Muse" nennt, nichts gewusst haben – er war außer sich vor Wut. Das Model hat sich bislang nicht geäußert. Ging es um ein politisches Statement? Um Deutschlands dominante Rolle in Europa? Um Merkels Style? Oder war es – wie bei Schlingensief – nur als Bannzauber gedacht? Rätselhaft!

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Kenny Schachter

Just Crashed

06/24/2015 - 12:09

About 4 or 5 years ago I bought a work by an emerging artist in Berlin through a friend that was in progress. By the time he finished, the painting was unrecognizable and ultimately scrapped. Every so often I’d ask the dealer for a replacement or something to settle up, and only just a few weeks ago he offered a small Dirk Skreber sculpture which I readily accepted after so long a wait.

Having forgotten completely over course of the last days, it arrived yesterday. Resembling the taxi van I just crashed in, it certainly comes imbued with a new layer of meaning … not necessarily good. But i like it all the same.

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Kenny Schachter

Art Basel 2015

Why Art Basel Left Me Mentally and Physically Damaged

06/24/2015 - 12:03

Art Basel 2015 was a story both thrilling and catastrophic, ending with a real bang. Literally.

The only necessary accessory for a fair besides a fully charged camera phone (they need a booth selling electricity) is plenty of mints. These are manic social gatherings with plenty of chitchat, so no use stinking as many do.

Getting into the door on the first of two VIP openings is like the jostling at a '70s Who concert. Once in, hitting the floor running, it doesn't take long before I have a series of sharp physical reactions in experiencing certain works of art, replete with erect hairs and goose bumps. The effect is often instantaneous, too.

This reminds me of the US Supreme Court definition of hardcore porn in the landmark 1964 case where Justice Potter Stewart said he couldn't describe it in words, "but I know it when I see it."

I saw plenty.

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Die Monopol-Redaktion

Berlinische Galerie feiert die 60er

Wir Salon-Modernen

06/23/2015 - 14:46

Die Ausstellung "Radikal Modern" in der Berlinischen Galerie​ versucht eine Neubewertung der 60er-Jahre-Architektur. Aber ist der Zug nicht längst abgefahren?

Ich bin nicht über das Röhrensystem aus rollenden Gesteigen gekommen, mit dem die Architekten Georg Kohlmaier und Barna von Sartory Passanten quer durch die Stadt transportieren wollten. Auch die sechsspurige Autobahn, die Hans-Georg Krumbholz einst für die Innenstadt imaginierte, habe ich nicht benutzt, denn ich besitze keinen schnittigen Straßenkreuzer, sondern ein Fahrrad. Auf dem ich aus jenem Teil Kreuzberg zur Berlinischen Galerie fuhr, der nach dem Willen avancierter Städteplaner längst Hochhäusern Platz gemacht hätte.

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Anika Meier

Publikationen zur Social Photography

Sind Magazine das neue Vinyl?

06/19/2015 - 14:01

Überall schreibt und spricht man inzwischen über Social Photography und deren Hauptverbreitungskanal Instagram. In den Medien ist ein Beitrag über Instagram ein Garant für hohe Leserzahlen wie eine beliebige Liste auf "Buzzfeed". Und sei es einfach nur Instakram, wie ihn das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" online sammelt: Hier die zehn besten Selfies der Königin der Selbstporträts Kim Kardashian, da zehn Fotos und Videos von Justin Bieber der Sportskanone beim Wellenreiten und Segwayfahren und dort eine Sammlung von Promi-Selfies. Schenkelklopfer garantiert.

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Die Monopol-Redaktion

Milo Moirés Performance in Basel

Man trägt wieder nackt

06/18/2015 - 14:35

Am Rande der Kunstmesse Art Basel führte die Schweizer Künstlerin Milo Moiré erneut eine Guerilla-Performance auf, in der sie sich nackt mit Passanten fotografieren ließ

Die 1983 geborene Künstlerin, die mit einer Maltechnik bekannt wurde, in der sie farbgefüllte Eier aus ihrer Vagina presst und sie auf Leinwänden zerspringen lässt, stand am Mittwoch eine Dreiviertelstunde unbekleidet auf dem Barfüsserplatz (passender Name!), bevor es ihr zu kalt geworden sei. Schon im vergangenen Jahr ist Moiré vor den Toren der Art Basel nackt herumgelaufen. "Sie verkörpert durch ihre Performance die freiwillige Entblössung unserer Gesellschaft in den sozialen Medien", heißt es auf ihrer Website  - was genauso viel Sinn macht, wie mit Exekutionen gegen die Todesstrafe zu protestieren.

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"Ones to Watch" mit Pete Docter und Sylvain Chomet

Animationsfilme eröffnen neue Welten

06/18/2015 - 14:09

Animationsfilme sind aus der heutigen Medienwelt nicht mehr wegzudenken und haben längst ein eigenes Genre geschaffen, das weltweit zahllose Anhänger findet. In der Filmindustrie nimmt der Zeichentrick außerdem deshalb einen besonderen Stellenwert ein, da in ihm nichts unmöglich scheint: So werden Tiere, Spielzeuge und Kunstfiguren zum Leben erweckt und erhalten menschliche Charakterzüge und Verhaltensweisen. In der Juni-Ausgabe der CNN Kunst- und Kultursendung "Ones to Watch" geht es um Animationsfilme und zwei der bekanntesten Animationskünstler unserer Zeit: Pete Docter und Sylvain Chomet wählen ihre "Ones to Watch" und erklären, was an den jungen Talenten so besonders ist.

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Britta Thies "Translantics" - Episode 3/6

"Dove Step"

06/16/2015 - 15:56

Suit & Smut

06/10/2015 - 11:02

Anika Meier

Kim Kardashians Buch "Selfish"

Die unerträgliche Seichtigkeit des Selfies

05/29/2015 - 11:36

Kim Kardashian als kleine Prinzessin der Generation Duckface und lebende Version der Beuys'schen Fettecke

"Du guckst mich an, als müsste mir das etwas sagen", bekomme ich zu hören, während die Hoffnung langsam in mir schwindet, zuletzt doch noch im Second-Hand-Buchladen fündig zu werden. Hier werden gelegentlich ungelesene Rezensionsexemplare abgeworfen. Der Verkäufer auf der anderen Seite des Tresens bittet mich, den Namen der Autorin zu wiederholen, derweil schaltet sich seine Kollegin ungeduldig ein: "Komm, Kim Kardashian, die mit dem glänzenden Hintern und dem Champagnerglas ... kennst Du!" Mit welchem Rapper sie liiert ist, mag ihr nicht so schnell einfallen. "Ach, Kanye West, stimmt. Nee, das Buch haben wir nicht, ich hätte es sonst ins Schaufenster gestellt." Immerhin hätte man das Buch hier zum Verkauf angeboten.

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