Schirn Kunsthalle Frankfurt

"Peace"-Ausstellung in Frankfurt

Heather Phillipsons Installation "100% OTHER FIBRES"

07/20/2017 - 16:02

Masken von weißen Königspudeln schweben vor schwarzen Wänden. Es zischt, quietscht und zwitschert, dann ist eine sanfte Frauenstimme zu hören. "Eat. Shit. Love." Das Stimmengewirr wiederholt sich. "Eat. Shit. Love." Dazu flimmert ein Ballett der Farbkontraste über vier Flachbildschirme und eine Projektion. Pudel, Schäferhunde, Maden, Sonnenschein, Palmen und Donuts – unsere katastrophale Welt ist die Welt der Lebewesen, der Dinge und Objekte, die uns umgeben und beherrschen. Heather Phillipsons Videoanimation ist eine HD-Collage, deren Narration sich aus wilden Assoziationsketten zusammensetzt und nur zum Teil entschlüsselbar ist. Obwohl die Montagen simpel erscheinen, sind die Effekte grandios: Heraufbeschworen wird die totale Überforderung, gefolgt von dem leeren Gefühl der Desillusion.

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

"Peace"-Ausstellung in Frankfurt

Timur Si-Qin: "New Peace"

07/11/2017 - 18:23

Während der Laufzeit der "Peace"-Schau stellt die Schirn im Rahmen einer Medienpartnerschaft in einem eigenen Monopol-Blog jede Woche die Arbeit eines Künstlers der Ausstellung vor

"NEW PEACE" steht in großen Lettern mit LED-Rückbeleuchtung auf Timur Si-Qins Aluminiumschild „New Peace Pro Sign 1“ (2016). Über den Buchstaben prangt ein rundes Symbol, welches an ein chinesisches Taijitu-Zeichen erinnert. Das Logo mutet angenehm vertraut an. Seine hellgrau-weiße Ästhetik erinnert an Empfangshallen vornehmer Hotelketten. Ein Wellness- oder Spa-Zentrum würde auch passen – das neutrale, grau-in-graue After-work-relaxation-Programm für moderne Großstädter. Timur Si-Qins Werkgruppe "New Peace" strebt genau diese Wirkung an. Im Gegenzug zu seiner Marke "Peace", welche der Künstler 2014 lancierte und bei der er sich in erster Linie mit der Dynamik des Branding und der Entstehung von Mustern in kommerziellen Bildwelten beschäftigte, führt er mit "New Peace" diesen Gedanken noch einen Schritt weiter und entwirft eine neue Mystik und Mythologie des Anthropozäns.

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"Peace"-Ausstellung in Frankfurt

Agnieszka Polska: The Body of Words

07/04/2017 - 18:07

Text: Marie Sophie Beckmann

Alles fließt. Alles breitet sich aus. Das Meer schlägt Wellen, Töne erzeugen ein Echo. Rauschen, Surren. Eine sorgfältig modellierte Soundcollage, die unter der Kopfhaut kribbelt und noch bis in die Fingerspitzen wirkt. Und dazwischen: Stille. Eine beinahe meditative, kontemplative Ruhe umgibt einen beim Betrachten von Agnieszka Polskas Videoarbeiten. Das Moment der Kontemplation ist durchaus intendiert, so die Künstlerin. Jedes Projekt soll Zeit und Konzentration in Anspruch nehmen, sowohl die der Künstlerin als auch die des Rezipienten. Dabei ist man binnen weniger Momente in den Bann einer verschwörerisch-verführerischen Stimme gezogen und lässt sich nur allzu gern von tanzenden Buchstaben und kaleidoskopischen Landschaften hypnotisieren.

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