Anika Meier

Künstler als Influencer

Der Erfolg ist nur ein paar Follower entfernt

03/01/2017 - 10:09

Andy Kassier ist ein erfolgreicher Mann, das lässt der Konzeptkünstler zumindest seine Follower in den sozialen Medien glauben. Was wird aus der Kunst, wenn der Erfolg nicht nur ein Lächeln, sondern ein paar Follower entfernt ist

Andy Kassier ist superreich. Er sieht blendend aus. Er ist gut gekleidet, seine Frisur sitzt, ohne sein Lächeln geht er nicht aus dem Haus und er ist immer dort, wo die Sonne scheint. Andy Kassier hat, was es braucht, um die Kunst des guten Lebens in den sozialen Medien zu zelebrieren: ein Smartphone und ein Netzwerk, damit er immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Um sich schnell auf die Motorhaube eines BMW i8 werfen zu können oder um in einem Anzug von Herr von Eden ins Mittelmeer einzutauchen. "Ich hasse es, Geld auszugeben. Nichts gehört mir, aber alles könnte mir gehören", sagt er.

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Anika Meier

Ausstellung und Vortrag in Frankfurt

Magrittes Denken und der Daumen auf Instagram

02/22/2017 - 12:28

Über René Magrittes plakative Bildsprache und die Influencer von heute.

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Anika Meier

Symposium in Nürnberg

Wann ist ein Selfie ein Selfie?

01/30/2017 - 17:31

Das Reden über Selfies nimmt kein Ende. Doch angesichts der Fülle des Materials in den sozialen Medien herrscht weitgehend Ratlosigkeit bei den Wissenschaftlern, wie ein Symposium in Nürnberg zeigt

Eigentlich möchte man über Selfies gar nicht mehr reden. Alle Witze über Touristen mit Narzisstenstangen, wie Selfie-Sticks boshaft genannt werden, sind gemacht. Alle Ausstellungen über Selfies, die in den letzten Monaten bisweilen genervt besprochen wurden, sind abgehängt. Und alle entlarvenden Selfie-Studien, die einen Zusammenhang zwischen Narzissmus, Psychopathie und Selfies zeigen, sind publiziert. Da selbst Justin Bieber unlängst verkündet hat, Instagram sei die Hölle, und Kim Kardashian nach ihrer Sendepause etwas besonnener daherkommt, sind bis auf Weiteres keine Nackt- oder Po-Selfies zu erwarten, die für neuen Gesprächsstoff sorgen könnten. Sofern auch Ai Weiwei sich ruhig verhält.

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Anika Meier

Neujahrsvorsatz

Nicht jeder ist ein Fotograf

01/09/2017 - 17:16

Fotografieren ist inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden wie essen und atmen. Und trotzdem ist nicht jeder ein Fotograf, der Fotos macht. Ein Lob der Bescheidenheit

Können wir uns im neuen Jahr noch kurz auf eine Sache verständigen? Darauf, dass nicht jeder ein Fotograf ist, der die Kamera seines Smartphones bedienen kann und ab und an Fotos auf Instagram teilt oder in einen Tumblr stellt. Viele Follower machen noch nicht den Fotografen. Es ist ja auch nicht jeder ein Kurator, der einen Tumblr oder Pinterest mit Bildmaterial befüllen kann. Und Autor ist nicht, wer seiner Mutter WhatsApp-Nachrichten schreibt oder sich auf Facebook über Donald Trump auslässt.

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Anika Meier

Fotojournalismus 2.0

Wenn sich unser Bild vom Terrorismus verändert

01/01/2017 - 15:28

Jerry Saltz hat die Bilder des AP-Fotografen Burhan Ozbilici vom Mordanschlag auf den russischen Türkei-Botschafter Andrej Karlow analysiert und wurde dafür heftig kritisiert. Und trotzdem muss über diese Bilder geschrieben werden.

Niemals, wirklich niemals die Kommentare lesen! Das ist wohl einer der klugen Ratschläge, den Menschen selten befolgen, die schreiben oder über die geschrieben wird. Da hilft nicht einmal die Erkenntnis, dass oft nur die Überschrift gelesen und dann sofort begeistert und beipflichtend geteilt oder wutentbrannt und besserwisserisch kommentiert wird. Überschriften zielen auf maximale Reichweite ab, Texte sollen schließlich schnell in den sozialen Medien geteilt und im besten Fall gelesen werden.

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Anika Meier

Trump-Protest von Künstlern und Fotografen

Instagram wird politisch

12/19/2016 - 14:27

2016 war kein gutes Jahr: Brexit, Trump, Aleppo – überall herrschen Trauer, Angst, Hilflosigkeit und Wut. In den sozialen Medien werden Fotografen und Künstler aktiv

2016 war ziemlich schlimm, es brachte uns den Brexit, die Mannequin Challenge, postfaktisch als Wort des Jahres und dann auch noch Trump. Es nahm uns David Bowie, Prince, Leonard Cohen, Daniel Josefsohn, Muhammad Ali, Zaha Hadid und viel zu viele, die wir hier noch dringend gebraucht hätten. Und jetzt Ende des Jahres überall Wut, Ratlosgikeit, Hilflosigkeit und viel zu viele wütende, ratlose und hilflose Jahresrückblicke.

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Anika Meier

10 Karrieren auf Instagram

Alles nur billige Schnappschüsse?

12/01/2016 - 11:48

Nach sechs Jahren Instagram ist es an der Zeit zu fragen: Wer ist fotografisch so interessant, dass es sich lohnt, ihm oder ihr zu folgen?

Instagram hasse sie, und Instagram-Künstlerin möchte sie schon gar nicht genannt werden, so Amalia Ulman kürzlich in einem Interview. Sie, die mit ihrer Instagram-Performance "Excellences & Perfections" auf sich aufmerksam machte und nach internationaler Medienberichterstattung in Ausstellungen in der Tate, in der Whitechapel Gallery und im NRW-Forum zu sehen war – und bei der 9. Berlin Biennale mit ihrer neuen Arbeit "Privilege". Die natürlich ebenfalls für Instagram konzipiert wurde, aber natürlich: Instagram, das hasst sie. Sie kann es sich leisten, schlecht darüber zu reden, in der Kunstwelt hat sie sich längst einen guten Namen gemacht. Mehr Erfolg in so kurzer Zeit geht kaum.

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Anika Meier

Kunstkritik und soziale Medien

Wenn ein Like reicht

11/28/2016 - 12:19

In Frankfurt ging ein Symposium der Frage nach, welche Herausforderungen die Digitalisierung und besonders die sozialen Medien an die Kunstkritik stellen

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Anika Meier

Post-Instagram

Wie weiter mit Amalia Ulman?

11/01/2016 - 12:25

Instagram ist todlangweilig. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Ausnahmen bestätigen zwar immer die Regel, aber wenn man genau hinsieht, ist Instagram die Plattform, auf der Fotografie zum Meme wird. Weil es um Beliebtheit und Erfolg geht, die sich in Zahlen messen lassen. Und weil die Zahlen der Likes und Follower für alle sichtbar sind, kann man sich mit all den anderen Nutzern der Plattform vergleichen. Man schaut bei diesem Account mit 573.000 Followern und bei jenem mit 398.000 Followern und versteht irgendwann, welche Motive und Kompositionen funktionieren. Symmetrie, Postkartenmotive und Wendeltreppen zum Beispiel. Wie man ja auch weiß, wenn man ein bisschen auf Facebook und Twitter mitliest, dass das Internet es seit einiger Zeit sehr lustig findet, wenn man den unbestimmten Artikel durch eine Zahl ersetzt und Sätze wie diesen twittert: "Kunstkritiker, was ist das für 1 Job vong Perspektive her?"

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Anika Meier

Besuch auf dem Vitra Campus

Von Scheunen und Stühlen auf Instagram

10/31/2016 - 10:53

In Berlin will das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron ein Museum bauen, das aussieht wie eine Scheune. In Weil am Rhein steht bereits ein – zumindest von außen – ähnliches Gebäude. Unsere Bloggerin Anika Meier hat sich auf dem dortigen Vitra Campus umgesehen

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Anika Meier

Malerei im Web 2.0

Wenn Kunst zur Kulisse wird

10/04/2016 - 11:14

"Painting 2.0" ist der Titel einer Ausstellung über die Malerei im Informationszeitalter. Die Kuratoren haben eine Definition dieses Begriffs vorgegeben. Was aber, wenn man Painting 2.0 wörtlich nimmt und sich ansieht, was mit der Malerei im Web 2.0 passiert?

Painting 2.0 ist keine Sonderfarbe in einem Farbsystem, obwohl es ein bisschen danach klingt. Und Painting 2.0 soll auch nicht das bezeichnen, was wir mit unseren Aufnahmen in Snapchat oder in den Stories auf Instagram anstellen, wenn uns das Foto selbst nicht genug ist und wir unbedingt noch Lustiges oder Informatives mit all den bunten Farben, Stickern und Emojis hinzufügen müssen. Das hätte Painting 2.0 zwar meinen können, wenn man in der Wikipedia unter Web 2.0 nachschlägt: Der Nutzer konsumiert nicht nur, "er stellt als Prosument Inhalte zur Verfügung." Soll es aber nicht. Zumindest nicht direkt.

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