Anika Meier

Digitale Kunstvermittlung

Was geht denn, Museen?

05/02/2017 - 15:38

Es ist 2017 - und die Museen sind immer noch weitgehend ratlos, was digitale Vermittlung angeht. Ein Kommentar

Was geht denn, Museen? Wir müssen reden. Nein, so dramatisch soll es dieses Mal nicht werden. Über das #bleistiftgate, wie ich die leicht hitzige Debatte um den Vortrag von Ralf Lankau auf der Hamburger Konferenz "Hallo, Vermittlung!?" jetzt einfach mal nenne, wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Aus einer großen Bühne muss nicht unbedingt eine noch größere Bühne werden.

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Anika Meier

Florafotos auf Instagram

Woher kommt die neue Liebe zu den Pflanzen?

05/02/2017 - 14:21

Auf Instagram ist es nicht mehr zu übersehen: Zimmerpflanzen sind hip, ganz vorn im Trend liegt die Monstera deliciosa. "Pflanzen sind etwas für sensible Nerds", sagt der Künstler Frederik Busch, der die Menschen mit seiner Serie "German Business Plants" für das Schicksal vernachlässigter Büropflanzen sensibilisieren möchte. Monopol-Bloggerin Anika Meier sucht noch nach ihrem grünen Daumen

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Anika Meier

Hundefotos auf Instagram

Waui Zaui!

04/04/2017 - 11:38

Was tun, um dem Like-Wahn auf Instagram zu entkommen? Monopol-Bloggerin Anika Meier sagt: Hundefotos angucken

YouTuber haben aktuell ernsthafte Probleme mit dem Thema Schleichwerbung, Instagrammer haben ganz andere Sorgen. Viele von ihnen wollen wachsen, wachsen, wachsen, damit sie auch ganz viel Werbung machen dürfen. Irgendwie hat es sich immer noch nicht herumgesprochen, dass es nicht sonderlich cool ist, ein so genannter Micro-Influencer zu sein. Was bei Kim Kardashian glamourös aussehen mag, ist nicht so sexy, wenn man 10.000 Follower oder ein paar mehr hat. Woran erkennt man einen Instagram Addict? An der Daniel-Wellington-Uhr, an albern bunten Socken und an einem viel zu großen kastenförmigen Rucksack. Das sind die Produkte, die meist – auch noch kostenlos – auf Instagram beworben werden. Und weil es vielleicht doch ziemlich super sein könnte, wenn man drei verrückt bunte Schlüpfer geschenkt bekommt und man als Gegenleistung dafür nur ein Foto davon posten muss, wird oft einiges unternommen, damit der eigene Instagram-Account wächst.

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Anika Meier

Zensur auf Instagram

Was heißt hier "unangemessene Bilder"?

04/04/2017 - 11:08

Behaarte Frauenbeine, Blut im Höschen, nackte Haut: Instagram löscht, was gegen die so genannten Community Guidelines verstößt. Die Künstlerinnen Molly Soda und Arvida Byström haben von Instagram zensierte Bilder gesammelt - und in einem Buch veröffentlicht

Der Feminismus hat es nicht leicht. Seit er sich wunderbar als Marketing-Strategie eignet, weiß niemand mehr so genau, was er eigentlich noch transportiert außer Gemüse im Jutebeutel vom Supermarkt nach Hause. Wollten Feministinnen einst nicht Feministin genannt werden, weil sie Haare an den Beinen und unter den Achseln nicht mögen, weil sie Blow Jobs und Männer generell ganz gut finden und außerdem gern High Heels tragen, zieht man sich heute einfach einen Oma-Schlüpfer oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Feminist" an oder trägt einen Jutebeutel mit der Aufschrift "This is What a Feminist Looks Like" bei sich, um dazuzugehören. Wozu? Das weiß man oft nicht. Aber gut sieht es jedenfalls aus, zumindest auf Facebook, Tumblr und Instagram.

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Anika Meier

Künstler als Influencer

Der Erfolg ist nur ein paar Follower entfernt

03/01/2017 - 10:09

Andy Kassier ist ein erfolgreicher Mann, das lässt der Konzeptkünstler zumindest seine Follower in den sozialen Medien glauben. Was wird aus der Kunst, wenn der Erfolg nicht nur ein Lächeln, sondern ein paar Follower entfernt ist

Andy Kassier ist superreich. Er sieht blendend aus. Er ist gut gekleidet, seine Frisur sitzt, ohne sein Lächeln geht er nicht aus dem Haus und er ist immer dort, wo die Sonne scheint. Andy Kassier hat, was es braucht, um die Kunst des guten Lebens in den sozialen Medien zu zelebrieren: ein Smartphone und ein Netzwerk, damit er immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Um sich schnell auf die Motorhaube eines BMW i8 werfen zu können oder um in einem Anzug von Herr von Eden ins Mittelmeer einzutauchen. "Ich hasse es, Geld auszugeben. Nichts gehört mir, aber alles könnte mir gehören", sagt er.

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Anika Meier

Ausstellung und Vortrag in Frankfurt

Magrittes Denken und der Daumen auf Instagram

02/22/2017 - 12:28

Über René Magrittes plakative Bildsprache und die Influencer von heute.

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Anika Meier

Symposium in Nürnberg

Wann ist ein Selfie ein Selfie?

01/30/2017 - 17:31

Das Reden über Selfies nimmt kein Ende. Doch angesichts der Fülle des Materials in den sozialen Medien herrscht weitgehend Ratlosigkeit bei den Wissenschaftlern, wie ein Symposium in Nürnberg zeigt

Eigentlich möchte man über Selfies gar nicht mehr reden. Alle Witze über Touristen mit Narzisstenstangen, wie Selfie-Sticks boshaft genannt werden, sind gemacht. Alle Ausstellungen über Selfies, die in den letzten Monaten bisweilen genervt besprochen wurden, sind abgehängt. Und alle entlarvenden Selfie-Studien, die einen Zusammenhang zwischen Narzissmus, Psychopathie und Selfies zeigen, sind publiziert. Da selbst Justin Bieber unlängst verkündet hat, Instagram sei die Hölle, und Kim Kardashian nach ihrer Sendepause etwas besonnener daherkommt, sind bis auf Weiteres keine Nackt- oder Po-Selfies zu erwarten, die für neuen Gesprächsstoff sorgen könnten. Sofern auch Ai Weiwei sich ruhig verhält.

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Anika Meier

Neujahrsvorsatz

Nicht jeder ist ein Fotograf

01/09/2017 - 17:16

Fotografieren ist inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden wie essen und atmen. Und trotzdem ist nicht jeder ein Fotograf, der Fotos macht. Ein Lob der Bescheidenheit

Können wir uns im neuen Jahr noch kurz auf eine Sache verständigen? Darauf, dass nicht jeder ein Fotograf ist, der die Kamera seines Smartphones bedienen kann und ab und an Fotos auf Instagram teilt oder in einen Tumblr stellt. Viele Follower machen noch nicht den Fotografen. Es ist ja auch nicht jeder ein Kurator, der einen Tumblr oder Pinterest mit Bildmaterial befüllen kann. Und Autor ist nicht, wer seiner Mutter WhatsApp-Nachrichten schreibt oder sich auf Facebook über Donald Trump auslässt.

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Anika Meier

Fotojournalismus 2.0

Wenn sich unser Bild vom Terrorismus verändert

01/01/2017 - 15:28

Jerry Saltz hat die Bilder des AP-Fotografen Burhan Ozbilici vom Mordanschlag auf den russischen Türkei-Botschafter Andrej Karlow analysiert und wurde dafür heftig kritisiert. Und trotzdem muss über diese Bilder geschrieben werden.

Niemals, wirklich niemals die Kommentare lesen! Das ist wohl einer der klugen Ratschläge, den Menschen selten befolgen, die schreiben oder über die geschrieben wird. Da hilft nicht einmal die Erkenntnis, dass oft nur die Überschrift gelesen und dann sofort begeistert und beipflichtend geteilt oder wutentbrannt und besserwisserisch kommentiert wird. Überschriften zielen auf maximale Reichweite ab, Texte sollen schließlich schnell in den sozialen Medien geteilt und im besten Fall gelesen werden.

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Anika Meier

Trump-Protest von Künstlern und Fotografen

Instagram wird politisch

12/19/2016 - 14:27

2016 war kein gutes Jahr: Brexit, Trump, Aleppo – überall herrschen Trauer, Angst, Hilflosigkeit und Wut. In den sozialen Medien werden Fotografen und Künstler aktiv

2016 war ziemlich schlimm, es brachte uns den Brexit, die Mannequin Challenge, postfaktisch als Wort des Jahres und dann auch noch Trump. Es nahm uns David Bowie, Prince, Leonard Cohen, Daniel Josefsohn, Muhammad Ali, Zaha Hadid und viel zu viele, die wir hier noch dringend gebraucht hätten. Und jetzt Ende des Jahres überall Wut, Ratlosgikeit, Hilflosigkeit und viel zu viele wütende, ratlose und hilflose Jahresrückblicke.

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Anika Meier

10 Karrieren auf Instagram

Alles nur billige Schnappschüsse?

12/01/2016 - 11:48

Nach sechs Jahren Instagram ist es an der Zeit zu fragen: Wer ist fotografisch so interessant, dass es sich lohnt, ihm oder ihr zu folgen?

Instagram hasse sie, und Instagram-Künstlerin möchte sie schon gar nicht genannt werden, so Amalia Ulman kürzlich in einem Interview. Sie, die mit ihrer Instagram-Performance "Excellences & Perfections" auf sich aufmerksam machte und nach internationaler Medienberichterstattung in Ausstellungen in der Tate, in der Whitechapel Gallery und im NRW-Forum zu sehen war – und bei der 9. Berlin Biennale mit ihrer neuen Arbeit "Privilege". Die natürlich ebenfalls für Instagram konzipiert wurde, aber natürlich: Instagram, das hasst sie. Sie kann es sich leisten, schlecht darüber zu reden, in der Kunstwelt hat sie sich längst einen guten Namen gemacht. Mehr Erfolg in so kurzer Zeit geht kaum.

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