Debatte um Volksbühnen-Intendanz

Ai Weiwei verteidigt Chris Dercon

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Der in Berlin lebende Künstler Ai Weiwei findet die Einwände gegen die Berufung Chris Dercons zum Intendanten der Berliner Volksbühne "lächerlich".

Das sagte der Chinese dem "Süddeutsche Zeitung Magazin" (Nummer 33). Ai kritisiert das "linke Establishment" vor allem für den Vorwurf, dass der designierte Intendant den Kommerz an das Theater bringe: "Was ist das Problem mit Kommerz? Alles ist Kommerz. Ohne Kommerz würden wir noch im Erdloch leben." Den Streit, der um die vermeintlichen Gegensätze von linker Tradition und Ausverkauf, antikapitalistischer Kritik und Marktlogik kreise, hält er für eine "typische deutsche" Debatte, die eine seltsame geistige Schwerfälligkeit offenbare.

Ai Weiwei wohnt seit einem Jahr in Deutschland. Chris Dercon richtete dem Künstler 2009 im Münchner Haus der Kunst die große Einzelausstellung "So sorry" aus. Seit Dercon im letzten Jahr zum neuen Volksbühnen-Intendanten ab 2017 berufen wurde, hagelt es Kritik – vor allem seitens vieler Theaterleute. Sie fürchten unter anderem eine Schwächung des Sprechtheaters zu Gunsten populärer Tanz- und Performanceveranstaltungen.

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