"Artists' Calling Cards"

Sehr erfreut

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Mehr als Kontaktdaten: Visitenkarten von Künstlern

An der Karte sollt ihr sie erkennen. Die standardisiert-individuelle Visitenkarte wurde früher unpersönlich durch den Hausdiener im Salon einer Gesellschaftsgröße abgeworfen wie heute die Freundschaftsanfrage auf Facebook. Das kleine, meist rechteckige Stück Karton ist auch im Internetzeitalter noch ein unverzichtbares Accessoire für Yuppies und eifrige Netzwerker – und für Künstler. Die "calling cards" von 123 bildenden Künstlern haben Pierre Leguillon und Barbara Fédier zusammengetragen, vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Begleitet wird das Konvolut von erläuternden Texten zahlreicher Autoren.

Entstanden ist eine Landkarte sozialer Beziehungen, eine Geschmacksgeschichte und ein Taschenmuseum der ­Typografie. Die zwischen die Seiten gesteckten Karten-Faksimiles bergen manche Überraschung: Der geradlinige Walter Gropius etwa bevorzugte Frakturschrift, Yves Klein wird als Judomeister vierten Dan-Grades ausgewiesen, mit Unterrichtsstunden "am Morgen, am Nachmittag und am Abend". Ed Ruscha ist auch als Visitenkartengestalter ein nüchterner Pragmatiker und gibt die richtige Aussprache seines Namens an :"Ed-werd Rew-Shay".   

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