So feiert sich Erfolg

20 Jahre Guggenheim-Museum Bilbao

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20 Millionen Besucher und 165 Sonderausstellungen: Einen Erfolg, den das Guggenheim-Museum in Bilbao dementsprechend feiert. Mit einem kostspieligen 3D-Riesenspektakel

Rot, Orange und Rot, wie die Streifen auf Bildern von Mark Rothko, farbenprächtige Blumen, wie die auf dem Hund "Puppy" von Jeff Koons. 20 Minuten dauert die 3D-Lichtschau, mit der das Guggenheim-Museum in Bilbao den Höhepunkt seines 20-jährigen Bestehens begeht. Die Bilder spielen auf die Werke der Sammlung des Museums an, das am 19. Oktober 1997 eröffnet wurde. Das Video-Mapping wurde von der preisgekrönten Gruppe 59 Productions konzipiert. Das englische Videodesigner-Unternehmen hatte schon 2012 mit seiner Show die Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in eine Zauberwelt verwandelt.

Es sei ihm wichtig gewesen, den Geburtstag mit einem außergewöhnlichen Event zu feiern, wie der Direktor des Museums, Juan Ignacio Vidarte, sagte. "Reflections" heißt die Schau, die vor Tausenden Zuschauern am Mittwochabend ihre Premiere feierte. Noch bis einschließlich Samstag verwandelt die hochtechnische 3D-Lichtschau die Fassade des Guggenheim-Museums in eine riesige Leinwand. Insgesamt werden bis zu 200 000 Zuschauer erwartet. 

Das Guggenheim-Museum hat allen Grund zu feiern: Seit seiner Eröffnung vor 20 Jahren sind 20 Millionen Besucher in das Museum geströmt, 167 Ausstellungen wurden organisiert, darunter 95 Sonderausstellungen und 70 Werkschauen, die es mit Arbeiten aus seinem eigenen Bestand bestritt. Das Museum ist eines der Museen der Stiftung Solomon R. Guggenheim Foundation in New York.

Die Werke, die es besitzt, zählen zu den bedeutendsten der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu den spektakulärsten und größten Arbeiten gehört "A Matter of Time" von Richard Serra. Die massive Großinstallation aus verrostetem und gebogenem Stahl besteht aus acht riesigen begehbaren Ellipsen, Spiralen und Schlangenformen. Die zum Teil 30 Tonnen schweren Platten wurden in Deutschland gegossen.

Das Werk braucht viel Platz. Aber daran fehlt es dem von Frank Gehry entworfenen Museum nicht. Der amerikanische Architekt durfte nahe dem Fluss Nevion ein Gebäude mit mehr als 11 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bauen. Serras Werk kam in der 130 Meter langen Galerie 104 unter. Auch deshalb hat das Museum allen Grund zu feiern. Seine Architektur gehört zu den spektakulärsten und ist schon längst zu einem Touristenmagnet geworden.

Jährlich kommen durchschnittlich 1 Million Besucher. Das ist fast dreifach so viel wie die Stadt Einwohner zählt. Im Jubiläumssommer habe das Museum sogar die höchste Besucherzahl seiner Geschichte erreicht, erklärte Vidarte. Dabei kommen mit mehr als 63 Prozent die meisten aus dem Ausland. Sie reisen vor allem aus Frankreich, Großbritannien und Amerika an. Den Zahlen des Museumsdirektors zufolge, sichere seine Einrichtung der Stadt mehr als 5000 Arbeitsplätze.

So groß wie heute war die Begeisterung über das Museum nicht immer. Denn als es vor 20 Jahren eröffnet wurde, gab es in dem Viertel noch keine Fünf-Sterne-Hotels und Schickimicki-Bars. Bilbao war eine dahinsiechende Industriestadt mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 22 Prozent. "Hätten die Baukosten von rund umgerechnet 140 Millionen Euro nicht besser für den Erhalt der Hochöfen und Werften ausgegeben werden sollen als für ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst?", fragten damals die Skeptiker.

Sie irrten: Das Museum hat die Stadt aus der Krise geführt. Weltweit dient es heute als Beispiel dafür, wie Kunst zur wirtschaftlichen Blüte führen kann. Das Phänomen bekam den Namen Bilbao-Effekt, den seitdem Städte in aller Welt nachzuahmen versuchen.

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