Anwälte prüfen Buch der Kunstberater-Gattin

Ärger für Achenbach-Ehefrau

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Das Buch über ihren Abstieg aus dem Jetset hat der Ehefrau des wegen Millionenbetrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach juristischen Ärger eingebracht.

Die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht wolle mehrere Passagen aus Dorothee Achenbachs Buch "Meine Wäsche kennt jetzt jeder" streichen lassen. Das sagte der Geschäftsführer des Düsseldorfer Droste Verlags, Jürgen Kron, am Montag auf Anfrage und bestätigte damit Berichte der "Bild"-Zeitung und des "Express".

"Wir prüfen acht Stellen in dem Buch", sagte Kron. Sollte es keine Einigung mit den Anwälten geben, müssten die Passagen geschwärzt werden oder würden in der nächsten Auflage nicht mehr abgedruckt.

Die Familie des 2012 gestorbenen Albrecht hatte Helge Achenbach (63) vor Gericht gebracht. Zwar wird die Witwe Albrechts in dem Buch namentlich nicht genannt, aber nach juristischer Auffassung könnten dennoch Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Der Anwalt der Aldi-Familie, Andreas Urban, wollte sich nicht dazu äußern.

Das Mitte November erschienene Buch von Dorothee Achenbach ist binnen kurzer Zeit zu einem Bestseller geworden und wird laut Verlag bereits in der vierten Auflage gedruckt. "Es verkauft sich ohne Ende", sagte Kron. 40 000 Exemplare seien bisher gedruckt worden.

Achenbach war im März wegen Millionenbetrugs an seinem Duzfreund Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Achenbach sitzt bereits seit Juni 2014 in Untersuchungshaft. Außerdem soll er rund 20 Millionen Euro Schadensersatz an die Albrecht-Familie zahlen.

Dorothee Achenbach erzählt in dem Buch über die Verhaftung ihres Mannes, die Ermittlungen der Justiz und ihren eigenen Existenzkampf. Achenbachs Firmen sind insolvent, seine Kunstsammlung wurde zwangsversteigert.

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